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Kultur „The Kazakhstan Project“ von Dieter Seitz
Weltgeschehen Kultur „The Kazakhstan Project“ von Dieter Seitz
19:23 25.11.2018
Dieter Seitz hat ein ausgezeichnetes Gespür für fast malerische Farbwirkungen. Quelle: Dieter Seitz
Hannover Berlin

Spezielle Traditionen, die sozialistische Ära, der verstärkte Einfluss kapitalistischer Strömungen: In Kasachstan prallen höchst unterschiedliche Kulturformen aufeinander. Der Bonner Fotograf Dieter Seitz macht dies in der beeindruckenden Serie „The Kazakhstan Project“ deutlich, die ausschnittweise in der „Galerie für Fotografie“ zu sehen ist.

Eine Tür mitten in der Landschaft

Was weiß man eigentlich in hiesigen Breitengraden über das flächenmäßig neuntgrößte Land der Erde? Seitz‘ Bilder senden oft widersprüchliche Signale aus, ärmliche Behausungen finden sich etwa ebenso wie monumentale Protzbauten. Baustellen-Motive verweisen darauf, dass hier im großen Maßstab Umbrüche stattfinden, wobei der Fotograf geschickt eine fast surreale Verfremdung einsetzt: Offenbar werden in Kasachstan Bauzäune gern großflächig mit Naturmotiven bespielt, was hier durch die Wahl des Bildausschnitts nicht immer sofort ersichtlich ist – dann fragt man sich, wieso plötzlich eine Tür mitten in der Landschaft aufklafft oder verschiedene Jahreszeiten in ein und derselben Szenerie zusammenkommen.

Gespür für fast malerische Farbwirkungen

Seitz hat ein ausgezeichnetes Gespür für fast malerische Farbwirkungen und bringt ungewohnterweise einige auf Textil gedruckte Riesenformate ins Spiel, die Ausmaße von 2,20 mal 3,10 Meter erreichen. Falls jemand entsprechende Motive erwerben will: Es gibt sie auf Anfrage auch kleiner. Übrigens stehen sämtliche Arbeiten in dieser Ausstellung zum Verkauf, und zwei Kataloge kann man gegen einen geringen Aufpreis mit zusätzlichem signiertem Din-A-4-Print erwerben.

Katzenhaft aufgemachten Lady

Auch Menschendarstellungen versteht Seitz eindringlich zu gestalten, wenngleich er auf ausführliche Beschreibungen verzichtet und dadurch manche Irritation in Kauf nimmt: „Beauty Contest“ heißt beispielsweise das Bild einer katzenhaft aufgemachten Lady mit entsprechendem Tier im Arm, wobei offen bleibt, um welche Art von Schönheitswettbewerb es sich hier handeln mag. Andere Bilder wie die zwei stillen Doppel-Porträts „Father and Daughter“ kommen wiederum ohne jegliche Zusatzinformation auf den Punkt. Eine schöne Ausstellung, die vielen Besuchern ein fernes Land näherbringen wird und in ihrer eigenartigen Ästhetik doch weit mehr ist als bloße Dokumentation.

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