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Kultur Transparentes mit Botschaften
Weltgeschehen Kultur Transparentes mit Botschaften
12:07 18.12.2013
Karla Black, - Exactly That detail, 2012 Quelle: Klaus Zimmer
Hannover

Im Erdgeschoss treffen wir auf die Einzelausstellung von Kitty Kraus (*1976 in Heidelberg), die ihre Werke wachsen lässt aus Alltagsmaterialien wie Glas, Wasser, aus Spiegeln, Glühlampen und gefundenen Objekten, die wiederum ein „Gespräch suchen“ mit dem Zufälligen und Prozesshaften dieser Post-Minimal Art.

Die in sich widersprüchlichen Eigenschaften der Objekte – bis zur Absurdität, die zusammen mit den raumgreifenden Lichtarbeiten, dem begehbaren Raum zu einem Bestandteil ihrer Arbeit macht, wo eigentlich der Betrachter als Teil fast wie ein Störfaktor empfunden wird. Für Kraus gilt vor allem die dauernde Suche nach dem Flüchtigen und Immateriellen, das sie, in einer selbst verneinenden Form, zu perfektionieren sucht.

Und die Bildhauerin Karla Black (*1972 in Alexandria, lebt in Glasgow)? Sie zeigt uns im Obergeschoss, mit ihren neuen raumgreifenden, transparenten Skulpturen aus durchsichtigem Klebeband, teilweise bemalt mit Farbkreide oder Nagellack, und einige andere Skulpturen wiederum aus natürlichen Materialien wie etwa Holzspänen und Erde. Dabei geht es der Künstlerin nicht um Schönheit, sondern in erster Linie sucht Black das unkontrollierbare oder destruktive Element, indem sie abstoßende und ansprechende Komponenten gegeneinander ausspielt.

Angesichts der durchsichtigen, von der Decke herabhängenden, transparenten Streifen, kann man das Werk einerseits minimal und pur als Readymade, andererseits aber als expressiv durch den Abdruck ihrer Hände verstehen.

Apropos: „mehrdeutige Botschaft“? Gute Kunst, heißt es so treffend, muss Verwirrung stiften. Dazu meint der Rezensent, hat die Kestnergesellschaft wieder ins Schwarze getroffen.

Die Ausstellung ist bis zum 2. März zu sehen.

Von Klaus Zimmer