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Kultur „Verkunstete“ Räume
Weltgeschehen Kultur „Verkunstete“ Räume
17:28 23.08.2018
Installationsansicht in der städtischen Galerie Kubus: Der Braunschweiger Künstler Sascha Marouf hat in eine Tischtennisplatte große Löcher gesägt. Quelle: Raimund Zakowski
Hannover

HANNOVER. Die traditionelle Herbstausstellung regionaler Künstlerinnen und Künstler ist seit 111 Jahren Sache des Kunstvereins Hannover. Sie findet allerdings schon lange nicht mehr nur in den eigenen Räumlichkeiten statt, so groß diese auch sind – die 53 Positionen der aktuellen 88. Ausgabe etwa erfordern eine Ausweitung.

Wer den Rundgang im Kunstverein begonnen hat, sollte anschließend den Weg über den Hof wählen. Zum einen sind dort die sanft irritierenden Figuren-Aufsteller der Teilzeitbremerin Patricia Lambertus zu sehen, zum anderen geht es so am schnellsten in das Gebäude von „Haus & Grundeigentum“ auf der anderen Straßenseite. Das gehört erstmals ebenfalls zur Herbstausstellung, hat doch die aus Goslar gebürtige Anja Gerecke das Treppenhaus mit sorgsamer Bezugnahme auf die Architektur farblich gestaltet. Da man nun schon einmal auf dem Trip durch ungewöhnliche Orte ist, scheint es naheliegend, bei „Arena Suites Hannover“ vorbeizuschauen, wo Andrea von Lüdinghausen und Mareike Poehling eine Hotelsuite verkunstet haben. Die beiden reisefreudigen Hannoveranerinnen, gerade aus der Mongolei zurückgekehrt, interessieren sich besonders für den Charakter von Räumen – dem Aufenthalt im Hotel haftet ja naturgemäß etwas Temporäres an, während so mancher Künstler vielleicht doch auf der Suche nach dem Dauerhaften, wenn nicht gar Ewigen ist.

Schließlich gibt es noch den Doppelschlag in den direkt nebeneinanderliegenden Galerien „Kubus“ und „Vom Zufall und vom Glück“. Im Schaufenster der letzteren ist gleich zweimal Bremer Kunst vertreten: André Sassenroth zeigt einen etwas beliebig wirkenden Riesenleporello mit der Aufschrift „Zusammenrücken“ in gotischen Lettern, der gebürtige Japaner Ghaku Okazaki grellbunte Malerei mit spirituell anmutenden Motiven – was ein Spannungsfeld zur benachbarten Arbeit des Hannoveraners Nikola Saric bildet, der aus Serbien stammt und seine Wurzeln in der Ikonenmalerei hat. Im Inneren der Galerie wartet dann eine der typischen Irritationen von Hannovers selbsternanntem „Totalkünstler“ Timm Ulrichs auf die Besucher: Das Einherschreiten zwischen harmlos erscheinenden Wandplatten aus Glas löst ein garstiges Splittergeräusch und somit Erschrecken aus – hat man womöglich, ohne es zu merken, etwas Kostbares zerstört?

Und wer nach der Tour noch Lust auf eine Partie Tischtennis hat, kann sich im Kubus austoben. Mit einem normalen Spielverlauf ist allerdings nur bedingt zu rechnen: Der Braunschweiger Künstler Sascha Marouf hat große Löcher in die Tischtennisplatte gesägt.

Von Jörg Worat

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