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Kultur Vom garstigen Heimatbild bis zu starren Spieler-Blicken
Weltgeschehen Kultur Vom garstigen Heimatbild bis zu starren Spieler-Blicken
13:31 18.06.2018
Das Flüchtlingslager Choucha des ICRC an der tunesischen-libyschen Grenze, nahe der Grenzstadt Ben Guerdane fotografierte Michael Danner im Juni 2011. Quelle: Michael Danner
Hannover

Dafür aber mit etlichen spannenden. Es gibt insgesamt sechs Ausstellungsorte, die in fußläufiger Entfernung voneinander liegen; die Städtische Galerie Kubus und die Galerie vom Zufall und vom Glück sind sogar direkte Nachbarn. Um so besser, als sich hier gleichsam der Kern der Schau befindet.

Im Kubus fällt sofort die große Fotowand von Doug Rickard ins Auge. Der US-Amerikaner zeichnet hier unter dem bösartigen Titel „National Anthem“ ein garstiges Bild seiner Heimat: Rickard greift Szenen aus YouTube-Videos oder Google Street View heraus und vergrößert sie – da sieht man vermummte Gestalten oder abgewrackte Geschäfte, jedenfalls ganz und gar nichts von „America the Beautiful“ .

An den Nebenwänden wiederum geht es ganz direkt um Schönheit. Allerdings mit fragwürdigem Anstrich: Hannes Wiedemann hat sich den „Beauty Belt“ in Seoul vorgenommen, wo sich unzählige Schönheitskliniken befinden – Südkorea soll weltweit das Land mit den meisten kosmetischen Operationen sein. Zu den Bildern solcher Eingriffe hat Wiedemann urbane Impressionen gestellt und verdoppelt damit die Fragestellung: Ob es nun der eigene Körper ist oder die Gestaltung der Umgebung – mit welchem Verständnis von Ästhetik haben wir es hier eigentlich zu tun?

In der Galerie vom Zufall und vom Glück gibt es auch bewegte Bilder, mal in Form projizierter Fotosequenzen, mal als Video. Eine Kombination beider Medien nutzt der Berliner Werner Amann in seinem Streifzug durch asiatische Spielhallen. Bei den so genannten „Rhythm Games“ gilt es, auf einem Touchscreen eine rasante Abfolge von Bild- und Klangeffekten nachzuvollziehen – nimmt man die teils starren, teils wirren Blicke der Spieler als Maßstab, ist die Gefahr groß, dabei massiv in ein Paralleluniversum abzudriften. Logisch, dass Amann immer wieder voll auf die Gesichter hält – „in your face“ halt.

Von Jörg Worat

Er war so etwas wie das Kraftzentrum der hannoverschen Kunstszene: Hannes Malte Mahler, der im Juli 2016 bei einem Fahrradunfall ums Leben kam. Dieser Tage wäre der vielseitige Künstler 50 Jahre alt geworden, Anlass für eine umfassende Ausstellung in der Markuskirche.

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Der neue Bremer Musikdirektor Yoel Gamzou hat sich bislang mit „Carmen“, „Fledermaus“ und „Lady Macbeth von Mzensk“ als überragende Dirigentenentdeckung erwiesen. Nun wollte Gamzou sich von einer ganz anderen Seite zeigen, als musikalischer Produktionsleiter eines Musicals. „Lazarus“ von David Bowie stand auf dem Programm, eine deutsche Zweitaufführung. Bowie hat das Stück in seinen letzten Monaten vor dem Tod geschrieben. Es geht um Nichtsterbenkönnen und Wiederauferstehung.

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