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Kultur Von filigran bis originell: Weihnachtsschau in Handwerksform Hannover
Weltgeschehen Kultur Von filigran bis originell: Weihnachtsschau in Handwerksform Hannover
14:03 27.11.2013
Engel-Windlichter von Claus Dorsch finden sich - bei der Weihnachtsschau in der Handwerksform ebenso wie Keramiken von Imke Splittgerber. Quelle: Handwerksform
Hannover

„Will you still need me, when I’m sixty-four“ – so sangen einst die Beatles. Nun, die Handwerksform-Weihnachtsschau findet just zum 64. Mal statt, und man kann wohl schon sagen, dass Norddeutschlands größte vorweihnachtliche Kunsthandwerksausstellung so manchem fehlen würde, der auf der Suche nach einem originellen Geschenk ist. Sei es für einen geliebten Mitmenschen oder für sich selbst.

Knapp 130 angewandte Künstler und Designer aus der gesamten Bundesrepublik sind vertreten, wie immer in einer Mischung aus bewährten Kräften und, zumindest was die Ausstellungsbeteiligung anbelangt, Frischlingen. Typisch auch die Vielfalt der vertretenen Materialien von Glas und Keramik über Papier und Stein bis zu Holz und Metall, ganz zu schweigen von der reichhaltigen Auswahl an güldenem und silbernem Geschmeide. Und einmal mehr ist für jeden Geldbeutel etwas dabei; man kann für einen Euro schon eine der neckischen Karten von Dorothea Siegert-Binder bekommen, während Schmuck aus der Werkstatt Hughes und Templin dann doch etwas teurer ist – er kostet bis zu 4700 Euro.

Einige Stars der Szene sind vertreten, etwa die hannoversche Silberschmiedin Maike Dahl, die unter anderem den Niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk gewonnen hat. Während ihre eigenwilligen Kreationen schon mehrfach in der Handwerksform zu sehen waren, sind die ebenfalls wiederholt preisgekrönten Porzellanarbeiten von Karin Bablok aus Hamburg erstmals dabei, Stücke von ausgeprägt malerischer Wirkung.

Imke Splittgerbers Keramik entwickelt sowohl in der Form als auch in der Oberflächengestaltung oft eine organische Anmutung, die im Extremfall fast einen leichten Psychedelia-Touch hat. Wer in Sachen Drechslerei auf der Suche nach dem Besonderen ist, wird etwa in den Vitrinen mit Hans Joachim Weissflogs filigranen Arbeiten fündig, bei denen schon die Namen der Materialien wie Grenadill oder Thika-Nuss etwas Faszinierendes haben. Die Weihnachtsschau hat auch wieder eine sehr umfangreiche Textil-Abteilung, in der, um nur ein Beispiel zu nennen, die Kielerin Angela Viain zeigt, wie originell man mit Seide umgehen kann.

Apropos originell: Steinmetzmeister Christian Prenzler hat auch Wasserspeier in Form von Fröschen und Raben im Angebot. Und Freunde der ganz speziellen Exotika können sich beim Sortiment von Robert Kaufmann tummeln: Mit „Messer“ sind die teils eher skulptural wirkenden Gebilde nicht mehr immer ganz treffend beschrieben – es hat schon seinen Grund, dass Kaufmann die Arbeiten auf seiner Homepage lieber als „Schneidobjekte“ bezeichnet.

Die Ausstellung in der Berliner Allee 17 läuft bis zum 15. Dezember. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Jörg Worat