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Kultur Walburg auf „Abschiedstournee“
Weltgeschehen Kultur Walburg auf „Abschiedstournee“
12:48 27.04.2018
Hannover

Gibt es so etwas wie einen großen strukturellen Überbau bei der „Abschiedstournee“?

Wünsche aus dem Team haben eine große Rolle gespielt. Man versucht ja immer, die zu berücksichtigen, aber diesmal ging es ganz besonders um die Frage: Was wolltet ihr immer schon mal machen?

Dabei sind offenbar einige höchst originelle Projekte entstanden.

Ja, Sascha Hawemann nimmt sich in „Lust For Life“ Iggy Pop vor, Claudia Bauer wollte „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ gern mit Katja Gaudard in der Titelrolle inszenieren. Hausregisseur Tom Kühnel wird mit Martin Mosebachs „Rotkäppchen und der Wolf: Ein Drama“ einen fast vergessenen Text auf die große Bühne bringen. Das ist dort unsere letzte Premiere, das gesamte Ensemble spielt mit. Es gibt auch sehr interessante Rollen: sprechende Pilze, den Chor der Tannen …

Und der krönende Abschluss steht unter dem schönen Motto „It’s better to burn out than to fade away“.

Das wird vollständig von den Schauspielern konzipiert: zwei Wochen lang rund um die Uhr offenes Haus in der gesamten Cumberlandschen Galerie. Was da im Einzelnen passiert, steht aber noch nicht genau fest.

Was sind Ihre eigenen Wunschprojekte? Sie selbst inszenieren nur den Saisonauftakt, mit „Der schwarze Obelisk“, nach „Im Westen nichts Neues“ und „Die Nacht von Lissabon“ einmal mehr Erich Maria Remarque.

Diesen Autor habe ich nach meiner Schulzeit eigentlich erst hier in Hannover wiederentdeckt. „Der schwarze Obelisk“ spielt in der Weimarer Republik und regt an, über das Demokratieverständnis nachzudenken, auch über das ganz persönliche. Ich freue mich auch besonders auf Łukasz Twarkowski, den ich bei ei-nem Festival in Litauen kennengelernt habe. Er inszeniert zum ersten Mal in Deutschland, und zwar „Es war einmal … das Leben“ nach der Zeichentrickserie von Albert Barillé. Das wird eine wilde Sache. Er ist ein preisge-krönter Videokünstler, und was er auf diesem Gebiet macht, dagegen ist die Volksbühne ein Kindergeburts-tag.

Und wie sind Ihre persönlichen Pläne für die Zeit nach Saisonende?

Ich habe Angebote als freier Regisseur, was ja auch mein eigentlicher Beruf ist. Und ich bin auch ganz froh, dass ich nicht gleichzeitig mit dem Abschied in Hannover eine neue Intendanz vorbereiten muss. Ich habe erst mal Zeit und bin neugierig.

Wo wird vorerst Ihr Lebensmittelpunkt sein?

Ich habe meiner Frau (Chefdramaturgin Judith Gerstenberg, Anmerkung des Autors) versprochen, bis zum Abitur unserer jüngeren Tochter in Hannover zu bleiben. Das wird 2021 sein.

Im neuen Programm findet sich auch „Schlacht“, ein Stoff von Heiner Müller, mit dessen „Wolokolamsker Chaussee“ Sie damals Ihren Hannover-Einstand gegeben haben. Wollten Sie da einen Kreis schließen?

Wir hatten sogar überlegt, noch einmal die „Chaussee“ aufzuführen. Aber es ist richtig, sie jetzt ruhen zu lassen. Weil es das Wesen des Theaters ist, dass alles einen An-fang hat und auch ein Ende.

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