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Kultur Was die Küche schöner macht
Weltgeschehen Kultur Was die Küche schöner macht
15:41 21.09.2017
Quelle: Handwerksform Hannover
Hannover

Hier findet sich nämlich fast alles, was die Kücheneinrichtung schöner macht, sogar ein kompletter Küchenblock inklusive Arbeitsplatten, Schubfächern und Spülbecken, entworfen vom Garbsener Björn Fischer. Und da an diesem Ort stets auch die Ästhetik des Handwerks eine Rolle spielt, bietet der Block zusätzlich was fürs Auge, etwa indem Fischer elegantes Eschen- und rustikales Eichenholz kombiniert hat.

An Messern mangelt es freilich durchaus nicht. Gleich beim Eingang finden sich als Blickfang die Schneidgeräte des Hannoveraners David Kaiser, dessen Spezialität die farbige Ausgestaltung von Damaszenerstahl ist. Spezielles bietet auch Steffen Munzert aus Plauen an: Die Palette seiner Kollektion im Untergeschoss reicht vom „Kräuterhackerl“ bis zum „Lederhosenmesser“, wobei ungewöhnliche Materialien eingearbeitet sein können – so ziert die Scheide eines höchst archaisch wirkenden Dolches ein echtes Glasauge. Freunde edler Hölzer wie Mooreiche oder ostindischer Palisander werden unter anderem bei den Küchenmesser-Griffen des Hildesheimers Jan Hebach fündig.

Nur mit Messern kann man allerdings kein vollwertiges Besteck zusammenstellen. Die hannoverschen Lokalmatadorinnen Jutta Arndt und Maike Dahl, beide schon mit renommierten Auszeichnungen bedacht, präsentieren silberne Löffel und Gäbelchen, sehr filigran und mit verspielter Note – Arndt schmuggelt Tiermotive von der Katze bis zum Pinguin in die Griffgestaltung. Es darf ruhig noch etwas exklusiver sein? Bitte: Die mit Messing und Neusilber gestaltete Essstäbchenbox der Düsseldorferin Elina Sternefeld ist vom Allerfeinsten.

Wie man durch Reduktion Wirkung erzielen kann, zeigt beispielhaft Christina Salzwedel aus Halle: Ihre Küchenutensilien – Muskatreibe, Senfdose, Zuckerstreuer oder auch ein schlichter dreiteiliger Schüsselsatz – sind ohne großen Schnickschnack aus Porzellan gefertigt und überzeugen durch stilsichere Formgestaltung; gerade die grau-weiße Variante beweist zudem, dass grelle Farbeffekte überhaupt nicht sein müssen.

Die Handwerksform wäre nicht die Handwerksform, gäbe es nicht auch ein paar Exotika zu bestaunen. Einige Arbeiten des Hannoveraners Sham Patwardhan-Joshi haben im wahrsten Sinne des Wortes Hand und Fuß – mit entsprechenden Motiven sind seine Tischglocken versehen. Und Torsten Trautvetter, der ebenfalls in der niedersächsischen Landeshauptstadt wirkt, schießt mit seiner Schalenserie wohl den Vogel ab: Sie besteht aus versilberten BH-Körbchen.

Von Jörg Worat