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Kultur Wilhelm-Busch-Museum zeigt Ausstellung „Harald Kretzschmar. Zeichner und Sammler“
Weltgeschehen Kultur Wilhelm-Busch-Museum zeigt Ausstellung „Harald Kretzschmar. Zeichner und Sammler“
16:25 11.05.2018
Werke von Harald Kretzschmar wie sein Selbstporträt oder die Zeichnungen „Loriot“ und „Circulus problematicus“ sind derzeit im Wilhelm-Busch-Museum zu sehen. Quelle: Harald Kretzschmar
Hannover

Der 87-Jährige, der im brandenburgischen Kleinmachnow lebt, ist ein bekannter Protagonist der ostdeutschen Karikatur. Er zeichnete für die „Leipziger Volkszeitung“ und den „Eulenspiegel“, seine Spezialität sind Porträts. Das Museum zeigt verschiedene Werkgruppen, eine davon kreist um Kretzschmars Darstellungen von Zeichnerkollegen wie Ronald Searle, Loriot oder F.K. Waechter. Auch bekannte ostdeutsche Maler, etwa Wolfgang Mattheuer und den wegen seiner SED-Karriere nicht unumstrittenen Willi Sitte, hat Kretzschmar aufs Korn genommen.

Allerdings wirken seine Blätter bei aller handwerklichen Qualität nicht immer sonderlich tiefgründig oder gar entlarvend. Dies zeigt sich unter anderem bei den Porträts von DDR-Politprominenz: Den Darstellungen von Erich Mielke und dem durch einen Mauerspalt lugenden Günter Schabowski mangelt es etwas an Raffinesse, einzig die Karikatur von Willi Stoph kommt als echte, dann jedoch um so eindrucksvollere Charakterstudie daher.

Interessant ist eine Abteilung, in der Kretzschmar eine Auswahl seine Adaptionen präsentiert. Da sind etwa Nachempfindungen von Daumier-Blättern zu sehen, ebenso kann man eine inhaltlich durchaus nachvollziehbare Themendopplung betrachten: Die „Birnen“-Symbolik wurde nämlich nicht nur einem gewissen deutschen Kanzler zuteil, sondern in früherer Zeit auch schon dem französischen „Bürgerkönig“ Louis-Philippe.

Schließlich wird in vorbildlicher Manier Harald Kretzschmars Tätigkeit als Sammler gewürdigt. Ganz großartig sind etwa die teils fast schon surreal anmutenden Grimassen-Graphiken von Louis-Léopold Boilly (1761–1845), dessen Figuren selbst bei einer so simplen Verrichtung wie dem Eisessen zu extrem sonderbarer Mimik neigen. Einen Schwerpunkt dieser Kollektion bilden ferner Karikaturen aus der Zeit um 1848, als in Kretzschmars Worten die Zensur derart wütete, dass dagegen „meine parteilichen Linienrichter Waisenknaben“ gewesen seien.

Einen Tipp zum Aufbau einer Sammlung bekommt man per Wandbeschriftung gratis dazu geliefert: „Der Zufall ist ein besserer Ratgeber als jeder Plan.“ Und eine äußerst großzügige Geste ist auch noch zu vermelden: Die hier gezeigten historischen Karikaturen will Kretzschmar dem Wilhelm-Busch-Museum schenken.

Von Jörg Worat

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