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Kultur Wilhelm-Busch-Museum zeigt Cartoons von damals und heute
Weltgeschehen Kultur Wilhelm-Busch-Museum zeigt Cartoons von damals und heute
12:02 15.05.2014
Der Cartoon „Queen Elizabeth and - Margaret Thatcher“ von Martin Rowson ist - im Wilhelm-Busch-Museum zu sehen. Quelle: Wilhelm-Busch-Museum
Hannover

Nun ist Hannover „very british“ und das „Königliche Theater“ im Museum wird viele Besucher haben, denn, das ist kein Geheimnis: Nicht wenig Bundesbürger tragen eine heimliche „Schwäche“ für alles Royale mit sich herum. Und mit der beeindruckenden Schau „Königliches Theater! – Britische Karikaturen aus der Zeit der Personalunion und der Gegenwart“, im Rahmen der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien, werden alle anspruchsvollen Kunstfreunde mit über 250 hochkarätigen Cartoons zur britischen Politik und Gesellschaft konfrontiert, können nach dreihundert Jahren diese vielen kleinen Kostbarkeiten, Blatt für Blatt, auf sich wirken lassen.Mit den reichen Beständen des Hauses und den Leihgaben kann sich die Ausstellung, in sechs Kapiteln, mit der Geschichte der Personalunion auseinandersetzen. Wir werden informiert über die Royals in Person, mit ihren Premierministern und dem Verhältnis der Briten zum Ausland – zu Napoleon, zu den Kolonien – oder, mit dem Schritt in die Gegenwart, zu den EU-Staaten.Köstliche Blätter erwarten uns: Martin Rowsons „Queen Elizabeth and Margaret Thatcher“, 1987, oder „Prince Charley“ (mit dem „Gemüse“-Degen), Der König als Satyr mit goldenem Hintern, die Queen als nackte Greisin: Karikatur und englisches Königstum stehen bis heute in besonderer Beziehung, die (vorbildliche) Pressefreiheit in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte Krone und Regierung in nie gesehener Weise unter Beschuss – ist aber auch heute begehrtes Ziel für die Vertreter der spitzen Feder, mit ihren respektlosen, satirischen Attacken. Nicht zuletzt sind es die Hofintrigen, Ränkespiele, Sex-Skandale, die immer wieder für Unterhaltung sorgen. Von den „betagten“ Cartoons führt die Ausstellung weiter zur Pressekarikatur des 20. Jahrhunderts und letztlich zu den „jungen Digitalen“ unserer Zeit.Bekannte Künstler etwa: Der Radierer William Hogarth (1697-1764) war zu seiner Zeit berühmt – und auch Vorbild – durch seine modern moral subjects. Man sieht die Cartoons von Thomas Rowlandson (1756-1827), die hohe Qualität seiner Aquarelle, Szenen des sozialen Humors, oder von James Gillray (1757-1815), dem Meister handkolorierter Radierungen. Vielleicht noch George Cruikshank (1792-1878), damals „bester englischer Buchillustrator“.Und heute: Ralph Steadman (*1936), bekannt für seine politisch und sozial akzentuierten Cartoons, Gerald Scarfe (*1936), der Karikaturist und Schöpfer von Animationsfilmen und Zeichentrickvideos, Steve Bell (*1951), der seit 1981 täglich seine Comicstrips für The Guardian zeichnet, und Martin Rowson (*1959), neben seinem „visuellen Journalismus“ ein bekannter Romanautor.Die Bilder sind ein Augenschmaus und machen eine fast vergessene Zeit wieder lebendig.Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 5. Oktober, Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Weitere Infos unter www.karikatur-museum.de.

Von Klaus Zimmer