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Kultur Wo Bilder verschwinden können: Ausstellung in Kestnergesellschaft Hannover
Weltgeschehen Kultur Wo Bilder verschwinden können: Ausstellung in Kestnergesellschaft Hannover
18:58 13.10.2017
Irena Haiduk, Voice Base, 2017. Quelle: Kestnergesellschaft Hannover
Hannover

Verantwortlich dafür zeichnet das „Studio for Propositional Cinema“, eine Düsseldorfer Gruppe, deren Mitglieder stets anonym bleiben und die größenmäßig fluktuiert. Sie hat rund 30 Kunstschaffende eingeladen, eine Installation aus drei so genannten Displays zu bestücken; dazu kommt eine Buchpublikation.

Der Trick dabei ist, dass etliche Exponate im Laufe der Zeit ausgetauscht werden. Das Bühnen-Display etwa präsentiert aktuell eine „Voice Base“ der Serbin Irena Haiduk mit Mikrophon und zwei zauberhaften Strelizien; ob diese aber noch zu sehen sein wird, wenn Paul Chan hier am 3. November eine 14-stündige Performance anzettelt, muss sich erst noch zeigen.

Auch die beiden Skalps, die Gaylen Gerber aus dem Requisitenfundus von Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ erworben hat und bei denen angeblich wie durch Zauberhand das Kunstblut durch die weiße Bemalung gesickert ist, verlassen womöglich das Tisch-Display. Vielleicht ist dort stattdessen demnächst „Ein Notizbuch von Keren Cytter“ oder „Ein Tafelaufsatz von Nicolás Guagnini“ zu sehen – beides findet sich zumindest in der Liste der Ankündigungen. Auch die Bestückung des großen Wand-Displays soll sich ändern, während Jeff Walls „Odradek“ Chancen auf einen Dauereinsatz hat. Fazit: ein sicherlich interessantes Konzept, über die sinnliche Ausstrahlung der Schau kann man jedoch streiten.

Von Jörg Worat