Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Politik Deutsches Naturbewusstsein: Sorge ums Meer und gute Vorsätze
Weltgeschehen Politik Deutsches Naturbewusstsein: Sorge ums Meer und gute Vorsätze
17:22 06.07.2018
Berlin

So gut wie jeder Deutsche - 96 Prozent - sieht in tonnenweise Wasserflaschen, Tüten und was sonst im Wasser treibt ein Problem, 78 Prozent sogar ein «sehr großes». Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßte das am Freitag, als sie die neue Studie zum Naturbewusstsein der Bundesbürger vorstellte: Das sei mal ein «Randthema» gewesen, jetzt gebe es Aufmerksamkeit.Kein Wunder: Bilder gewaltiger Plastik-Strudel, zugemüllter Strände, von Fischen, Vögeln und Säugern, die am Müll sterben, schockieren die Menschen. Als Symbol für den schlechten Zustand der Meere hätten diese Fotos den ölverschmierten Seevogel abgelöst, sagte Schulze. Schon 2050 könnte in den Ozeanen Schätzungen zufolge mehr Plastik treiben, als Fische darin schwimmen, warnten die Vereinten Nationen kürzlich.Zwar gehe es kaum um deutschen Plastikmüll, hierzulande werde gesammelt, räumte Schulze ein. «Aber als starke Industrienation haben wir natürlich eine Verantwortung, denn viele Entwicklungsländer orientieren sich an dem, wie wir konsumieren.» Es brauche einen kritischeren Umgang mit Verpackungen und ein europaweites Verbot von Mikroplastik zum Beispiel in Kosmetik.Kein deutsches Verbot? Schulze verwies auf einen «Branchendialog», den ihre Vorgängerin Barabara Hendricks (SPD) geführt habe. Es sei ganz zentral, das auf europäischer Ebene zu verbieten. Auch in der Debatte um ein Verbot von Plastik-Einweg-Artikel, etwa Strohhalme oder Teller, sage sie «Vorsicht an der Bahnsteigkante»: Niemandem sei geholfen, wenn ein Plastik- durch einen Aluteller ersetzt werde.Die winzigen Plastikpartikel seien ein noch größeres Problem als die größeren Kunststoffteile, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel. Sie bekämen aber weniger Aufmerksamkeit, weil man sie eben nicht sehe. «Da können wir auch alle etwas tun», fügte sie hinzu, etwa indem man Kosmetika vermeide, die Mikroplastik enthielten.Meeresschutzgebieten stehen die Deutschen positiv gegenüber. 93 Prozent finden «voll und ganz» oder «eher», es solle mehr davon gegen. 90 Prozent sind der Meinung, dass dort nicht gefischt werden sollte. 83 Prozent wollen strengere Gesetze für Fischer, auch wenn die Fische dann teurer werden. Und zwei von drei Deutschen (66 Prozent) sagen von sich, dass sie beim Essen von Meeresfischen «voll und ganz» oder «eher» darauf achteten, keine bedrohte Art auf dem Teller zu haben.Ist das glaubwürdig? «Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem, was man äußert in solchen Umfragen, und dem, wie man dann tatsächlich handelt», sagte Ministerin Schulze dazu. Menschen geben «gewünschte Antworten». Sie verwies darauf, dass sozial gehobene Schichten zwar ein ausgeprägteres Umweltbewusstsein hätten, gleichzeitig aber auch aufgrund ihres Konsum- und Lebensstils einen größeren «ökologischen Fußbadruck», sie belasteten die Natur also stärker.Jessel vom Bundesamt für Naturschutz macht noch etwas anderes Sorgen: Die jüngste Gruppe der Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahre sei im Schnitt deutlich weniger für den Naturschutz sensibilisiert als ältere Menschen. Sie sprach von einem «Generationenbruch», dem Naturschützer entgegenwirken müssten. Eine weitere Studie zum Naturbewusstsein sei in Planung, darin solle es um junge Leute gehen.

Von Teresa Dapp, dpa

Islamabad (dpa) – Ein pakistanisches Gericht hat Ex-Premier Nawaz Sharif wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sharifs Tochter Maryam bekam eine Haftstrafe von sieben Jahren, wie ein Ankläger der Nationalen Rechenschafts-Behörde (NAB), Sardar Muzaffar Abbasi, bestätigte.

06.07.2018

Berlin (dpa) - Der frühere Berliner Finanzsenator und Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin hat ein Buch über den Islam geschrieben - und sich darüber mit seinem alten Verlag verkracht.

06.07.2018

Wien (dpa) - Die verbliebenen Länder im Atomabkommen mit dem Iran haben erste Weichen gestellt, um auch nach dem Ausstieg der USA an dem Deal festhalten zu können.

06.07.2018