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Politik Polizei in Norwegen hält Mordvideo aus Marokko für echt
Weltgeschehen Politik Polizei in Norwegen hält Mordvideo aus Marokko für echt
18:41 21.12.2018
Das vom marokkanischen Nachrichtensender 2M zur Verfügung gestellte Foto zeigt Forensiker, die die Gegend um ein Zelt im Dorf Imlil untersuchen. Foto: 2m/2M/AP Quelle: 2m
Rabat

Rabat/Oslo (dpa) - Nach dem Mord an zwei skandinavischen Touristinnen in Marokko verdichten sich die Hinweise auf einen Terrorakt. Ein Video, das mutmaßlich die Tötung einer der beiden jungen Frauen zeigt, ist nach Meinung der norwegischen Polizei höchstwahrscheinlich echt.

Die marokkanischen Ermittler untersuchen zudem die Echtheit weiterer Videos, in denen vier festgenommene Verdächtige dem Chef der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, einen Treueeid leisten, wie die Staatsanwaltschaft in Rabat am späten Donnerstagabend mitteilte.

Neun weitere Verdächtige, die in Verbindung mit den Morden stehen könnten, wurden in verschiedenen Städten Marokkos festgenommen, wie die marokkanische Ermittlungsbehörde BCIJ am frühen Abend mitteilte. Die Festnahmen seien erfolgt, nachdem Ermittler am Donnerstag und Freitag «tiefergehende Beobachtungen» unternommen hätten. Dabei wurden den Angaben zufolge verschiedene elektronische Geräte, eine Jagdwaffe und «verdächtiges Material» beschlagnahmt, das für die Herstellung von Sprengstoff genutzt werden kann. Weitere Details lagen zunächst nicht vor.

Die Leichen der 24 und 28 Jahre alten Frauen aus Norwegen und Dänemark waren am Montag am Fuß des Berges Toubkal gefunden worden. Die marokkanische Polizei nahm danach in der Stadt Marrakesch zunächst vier Verdächtige fest. Die beiden Leichen wurden am Freitag mit einem Flugzeug nach Kopenhagen gebracht, wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB unter Berufung auf einen Staatsanwalt meldete.

Die norwegischen Ermittler erklärten am Freitag, die technische Analyse des Films mit der Mordtat sei noch nicht vollständig abgeschlossen. Aber es gebe kein Anzeichen dafür, «dass das Video nicht authentisch ist», hieß es. Die Verifikation in Zusammenarbeit mit den dänischen Behörden dauerte noch an.

Das rund eine Minute lange Video war in den sozialen Medien aufgetaucht. Es zeigt, wie zwei Personen einer offenbar jungen Frau mit einem langen Messer den Kopf abtrennen. Eine Person erklärt dabei, es handele sich um Rache für Angriffe auf die Terrormiliz IS in dem Ort Hadschin im Osten Syriens. Dort gehen Truppen unter Führung der Kurdenmiliz YPG gegen die Extremisten vor. Die internationale Anti-IS-Koalition unterstützt die Operation.

Die Videos mit dem Bekenntnis zum IS wurden den marokkanischen Ermittlern zufolge in der Woche vor dem Verbrechen an den Studentinnen aufgenommen. In der Bekennerbotschaft erklärt einer der vier Männer: «Wir sagen dem Kalifen der Muslime (Al-Bagdadi), dass du im Maghreb Soldaten hast, deren Zahl nur Gott kennt. Sie sind entschlossen, die Sache Gottes aufrechtzuerhalten und die Ehre der Muslime zu verteidigen.» In der Botschaft nehmen die vier Männer ebenfalls Bezug auf die Kämpfe um den syrischen Ort Hadschin.

Die Terrormiliz IS hatte im Sommer 2014 nach ihrem Vormarsch in Syrien und im Irak ein Kalifat unter Führung Al-Bagdadis ausgerufen. Mittlerweile haben die Dschihadisten den allergrößten Teil ihres Herrschaftsgebietes wieder verloren.

Die mutmaßlichen Ausspähungen an Flughäfen in Stuttgart und Paris ließen Fluggäste und die Polizei aufhorchen. Nach einer Woche intensiver Ermittlungen ziehen die Behörden nun das Fazit: Es besteht keine Terrorgefahr. Der Vorfall in Paris bleibt weiterhin rätselhaft.

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