Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Politik Nach Özil-Rücktritt geht Debatte um Integration weiter
Weltgeschehen Politik Nach Özil-Rücktritt geht Debatte um Integration weiter
20:35 24.07.2018
Mesut Özil hat in seiner Rücktritts-Erklärung Rassismus angeprangert. Foto: Ina Fassbender Quelle: Ina Fassbender
Berlin

Mit einem von ihm häufig benutzten Ausdruck machte Erdogan in einem Telefonat deutlich, dass Özil sich zur Türkei bekannt habe. Özils Erklärung und Haltung seien vollkommen «national und regional», sagte Erdogan vor Journalisten in Ankara. Er habe damit seine patriotische Haltung gezeigt. «Ich küsse seine Augen.» Rassismus gegen Özil sei nicht zu akzeptieren. Bereits kurz nach Özils Rücktritt am Sonntagabend hatten türkische Regierungspolitiker den Schritt des Spielers begrüßt.Özil hatte in seiner Erklärung Rassismus-Erfahrungen angeprangert und unter anderem kritisiert, Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hätten seine türkischen Wurzeln nicht respektiert.«Eine rassistische Einstellung gegenüber einem jungen Mann, der der deutschen Nationalmannschaft so sehr alles von sich gegeben und zu dessen Erfolg beigetragen hat», sei nicht zu akzeptieren, sagte Erdogan der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge. Die Angriffe hätten sich auch gegen Özils Religion gerichtet. Deutschland ertrage nicht, dass er sich mit den türkischstämmigen Fußballern habe fotografieren lassen, sagte Erdogan demnach weiter.Özil und sein Mitspieler in der Nationalmannschaft, Ilkay Gündogan, hatten sich vor der Fußball-Weltmeisterschaft und im türkischen Wahlkampf mit Erdogan fotografieren lassen. Die von Erdogans Partei veröffentlichten Bilder zogen in Deutschland rasch heftige Kritik nach sich. Auf dem Trikot, das Gündogan an Erdogan überreicht hatte, stand handschriftlich über der Signatur auf Türkisch: «Für meinen verehrten Präsidenten - hochachtungsvoll». Kritiker werfen der türkischen Regierung unter anderem vor, Druck auf die Opposition und Medien auszuüben.Außenminister Heiko Maas (SPD) rief in der durch Özils Rücktritt losgetretenen Integrationsdebatte zum Kampf gegen Fremdenhass auf. «Unabhängig vom Fall Özil ist völlig klar: Wir müssen uns jeder Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sehr entschlossen entgegenstellen», sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). «Es bleibt eine Aufgabe für uns alle, einzustehen für die Werte, die unser Land ausmachen: Toleranz, Vielfalt und Freiheit.»Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Armin-Paulus Hampel, teilte mit, man müsse Fußballern wie Özil beinahe dankbar sein: Nichts «hätte die Integrationslüge überzeugender zum Platzen bringen können.» Die von «Funktionseliten der bundesdeutschen Altparteien propagierte Institution einer doppelten Staatsbürgerschaft» sei krachend gescheitert, sagte Hampel. In Özils Brust könnten keine zwei Herzen schlagen. «Entscheidungen sind gefragt, aber keine doppelten Staatsbürgerschaften!»Die Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen, Serap Güler (CDU), zeigte sich besorgt über die Schärfe der Auseinandersetzung. «Man hat das Gefühl, dass die Mitte in dieser Debatte verlorengeht», sagte sie dem Südwestrundfunk. Dass ein Nationalspieler zurücktritt, weil er anderen Rassismus vorwirft, sei für die Integrationspolitik «ein fatales Signal». Özil wurde in Gelsenkirchen geboren und kommt damit aus Nordrhein-Westfalen.Für ein klärendes Gespräch zwischen den Beteiligten sprach sich der CDU-Sportexperte Eberhard Gienger aus. «Jetzt wäre es gut, wenn sich alle Beteiligten schnell treffen würden: Mesut Özil, Joachim Löw, Oliver Bierhoff, Reinhard Grindel», sagte Gienger der «Rheinischen Post». Am Ende könne dann hoffentlich eine Versöhnung stehen.

Von dpa

Tel Aviv (dpa) - Israel hat nach eigenen Angaben einen syrischen Kampfjet abgeschossen, der in seinen Luftraum eingedrungen war. Die israelische Armee feuerte demnach zwei Abwehrraketen auf das Flugzeug des Typs Suchoi ab.

24.07.2018

Teheran (dpa) - Nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump eskaliert der Schlagabtausch mit dem Iran: Der Berater des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, Hesamodin Ashna, schrieb auf Twitter, nicht der Iran, sondern Trump selber sei eine Gefahr für die USA.

24.07.2018

Berlin/Moskau (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel hat einen neuen Vorstoß unternommen, um den Friedensprozess im Syrien-Konflikt voranzubringen und Voraussetzungen für die Rückkehr von Flüchtlingen zu schaffen.

24.07.2018