Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Politik Berliner Terroranschlag: Opferbeauftragter weiter gefragt
Weltgeschehen Politik Berliner Terroranschlag: Opferbeauftragter weiter gefragt
11:41 16.12.2018
Am 19. Dezember 2016 war der Terrorist Anis Amri mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70 teils schwer. Foto: Bernd von Jutrczenka Quelle: Bernd Von Jutrczenka
Berlin

Berlin (dpa) - Der Terroranschlag an der Berliner Gedächtniskirche vor zwei Jahren hat nach Ansicht des Opferschutzbeauftragten Edgar Franke eine Zäsur in Deutschland dargestellt.

«Es war für die Politik ein Lernprozess, Menschen zu betreuen, die wirklich schwer traumatisiert waren», sagte Franke der Deutschen Presse-Agentur. Anders als Frankreich, Spanien, Großbritannien, Israel oder die USA, die schon früher leidvolle Erfahrungen mit Terror gemacht hätten, habe Deutschland diese Strukturen erst entwickeln müssen - auch auf emotionaler Ebene. «Das hat alles Zeit gebraucht.»

Am 19. Dezember 2016 war der Terrorist Anis Amri mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70 teils schwer. Mehr als 170 Verwandte von Todesopfern und Verletzten haben nach offiziellen Angaben bislang insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro Entschädigungszahlungen erhalten. Franke hatte das neu eingerichtete Amt eines ständigen Opferbeauftragten der Bundesregierung im April übernommen. Der 58-Jährige folgte auf Kurt Beck.

Franke zufolge gibt es Opfer, die aufgrund ihrer Verletzungen rund um die Uhr gepflegt werden müssten. Auch Häuser mussten behindertengerecht umgebaut werden. In solchen Fällen kämen hohe Summen schnell zusammen. Die höchste aus dem Härtefonds ausgezahlte Summe betrage 350.000 Euro, sagte Franke. «Doch die große Mehrzahl der Fälle sind psychische Traumatisierungen. Menschen haben zum Beispiel Angst, mit dem Auto zu fahren. Oder sie haben ihren Beruf wiederaufgenommen und dann gemerkt, dass sie das nicht schaffen.»

Franke hatte erwartet, dass das Bedürfnis der Betroffenen nach Kontakt zur Politik mit der Zeit abnimmt. «Aber das war nicht so. Es gab ganz viele Treffen», berichtete er. «Oftmals brauchen Menschen auch jetzt noch jemanden, der ihre Geschichte hört, auch mehrere Stunden lang. Ein Repräsentant des Staates. Das ist für viele wirklich wichtig.»

Die Wahl zum CDU-Vorsitz hat er verloren. Doch welche Rolle kann der ehemalige Unionsfrakionschef Merz in seiner Partei künftig spielen? Es gibt Gespräche und Forderungen.

16.12.2018

Atomkraft in den Tropen: Deutsche Konzerne setzten große Hoffnungen in die Atomkooperation mit Brasilien. Doch vieles ging schief. Die Bundesregierung hält trotz des ungewissen Kurses des neuen rechten Präsidenten Bolsonaro an der Uran-Belieferung des Landes fest.

16.12.2018
Politik Europa-Kandidatin Beer wirbt - FDP will Schulbesuch im EU-Ausland für alle

Fremde Sprache, neue Mitschüler, unbekannte Umgebung: ein Schulaustausch kann ziemlich aufregend sein. Diese Erfahrung sollten nach dem Willen der FDP alle machen können - und zwar unabhängig von Schulform und Einkommen der Eltern.

16.12.2018