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Politik Räumung im Hambacher Forst geht weiter
Weltgeschehen Politik Räumung im Hambacher Forst geht weiter
11:11 25.09.2018
Im Hambacher Forst wird ein Aktivist von Polizisten abgeführt. Foto: David Young Quelle: David Young
Forst

Kerpen (dpa) - Im Braunkohlegebiet Hambacher Forst haben die Behörden die Räumung der Baumhäuser an einer symbolträchtigen Stelle fortgesetzt. Sie ordneten an, die Gedenkstätte für den in der vergangenen Woche ums Leben gekommenen 27-jährigen Journalisten zu entfernen.

Mehrere Aktivisten brachten die Kerzen und Blumen daraufhin weg. Der Energiekonzern RWE untersuchte eine Cyber-Attacke, die die Internetseite des Energiekonzerns am Montag lahmgelegt hatte. Das Unternehmen habe Strafanzeige gegen unbekannt erstattet, sagte ein RWE-Sprecher. Am Morgen lief die Seite nach Auskunft des Sprechers wieder wie üblich.

Bislang seien etwa 50 Baumhäuser von Aktivisten geräumt worden, die gegen eine Rodung des Waldes demonstrieren, sagte ein Polizeisprecher. Etwa 20 Baumhäuser gebe es noch.

Die Räumung der Gedenkstätte für den tödlich verunglücken Journalisten lief ruhig und friedlich ab, wie ein dpa-Reporter berichtete. Eine kleine Gruppe von Aktivisten habe nach einer Schweigeminute die Kerzen ausgepustet und gemeinsam mit den Blumen und Fotos in bereitgestellte Kisten gepackt. Die Polizei half ihnen dabei. Nach Abschluss der Arbeiten könne die Gedenkstätte wieder am Unglücksort aufgebaut werden, versprach die Polizei.

Der 27-Jährige war am vergangenen Mittwoch in dem von Aktivisten besetzt gehaltenen Waldgebiet zwischen Köln und Aachen durch die Bretter einer mindestens 15 Meter hohen Hängebrücke gebrochen, die zwischen zwei Baumhäusern gespannt war. Er starb noch am Unglücksort. Die Landesregierung hatten daraufhin die bis dahin laufende Räumung der Baumhütten im Wald vorübergehend gestoppt.

Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzern RWE im Herbst weite Teile des Forstes roden und die Braunkohleförderung fortsetzen will. RWE hält die Rodung dagegen für unerlässlich, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Die Umweltschützer fordern einen Aufschub, bis die derzeit tagende Kohlekommission einen langfristigen Plan für den Kohleausstieg in Deutschland vorlegt.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) fordert den Bund auf, dem rheinischen Revier für den Fall eines vorzeitigen Kohleausstiegs zu helfen: «Ich sehe den Bund in der Pflicht, im Falle einer früheren Beendigung der Braunkohle die erforderlichen Mittel bereitzustellen», forderte Pinkwart in der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Dienstag). Braunkohle aus NRW sei seit Jahrzehnten eine wichtige Säule für die deutsche Wirtschaft. Anders als Steinkohle sei sie nie subventioniert worden. «Jetzt darf Deutschland das Rheinische Revier nicht hängen lassen», sagte der NRW-Minister.

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