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Politik Rechte Kundgebung in Köthen gestartet
Weltgeschehen Politik Rechte Kundgebung in Köthen gestartet
19:01 16.09.2018
Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
Köthen

Köthen (dpa) - Die Kundgebung rechtsgerichteter Gruppierungen in der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt hat begonnen. Hunderte Menschen zog es am Sonntagnachmittag auf den Marktplatz, nach bisherigen Schätzungen waren es zu Beginn etwa 700 mit steigender Tendenz.

Viele Deutschlandfahnen wehten, auf Plakaten standen Aufschriften wie: «Wir sind Chemnitz! Wir wollen keine Messermänner», auf einem Transparent war «Danke Herr Maaßen für die Wahrheit» zu lesen. «Merkel-muss-weg»-Rufe ertönten.

Unter anderem hatte das fremdenfeindliche Dresdner-Pegida-Bündnis und der rechtsgerichtete Verein «Zukunft Heimat» aus Brandenburg zu der Demo aufgerufen, der auch in Cottbus aktiv ist. Auch AfD-Vertreter waren in Köthen, darunter Ex-Fraktionschef André Poggenburg. Am Rande sprach er von einer «Gewaltserie», die es in Deutschland gebe, und machte die Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür mitverantwortlich.

Etwa zeitgleich setzte sich am Bahnhof in Köthen eine Gegendemo gegen rechte Hetze in Bewegung, zuvor hatte es dort zunächst eine Kundgebung gegeben. Geschätzt waren dort 600 Demonstranten, der Veranstalter sprach von 700 bis 800.

Hintergrund der Demos ist der Tod eines 22-Jährigen vor einer Woche. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke Deutsche an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Seit dem Tod des jungen Mannes gab es mehrere Demos in der Stadt.

Die Verteidigungsministerin besucht deutsche Soldaten des Einsatzkontingents im Irak und in Jordanien. Nach der militärischen Niederlage der Terrormiliz IS sei für einen Erfolg ein langer Atem nötig, sagt sie. Ende Oktober läuft das Mandat aus.

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