„Heideblüte steht auf der Kippe“
Die Heideblüte steht derzeit auf der Kippe. Während der anhaltenden Hitzewelle in den vergangenen Wochen sind viele Pflanzen verdorrt. Nach Meinung von Experten bestehe nur dann Hoffnung auf die Heideblüte, wenn das Wetter in den kommenden Tagen genug Regen fiele. Auch der Förderverein Heideblütenfest Meißendorf geht davon aus, genug Blüten für das Fest zu bekommen.
MÜDEN. Blühen sie oder blühen sie nicht? Die Heidepflanzen haben in der vergangenen Wochen stark unter der Hitzwelle gelitten. Am Südhang des Wietzer Bergs nahe Müden dominieren derzeit die Farben Braun und Orange. Viele Pflanzen haben die Trockenheit nicht überstanden. „Ob die Heide noch zur Blüte kommt, bleibt abzuwarten“, erläutert Andreas Thiess vom Amt für Umwelt und ländlichen Raum des Landkreises Celle.
Ernst Tewes, Besitzer des Wietzer Bergs und der dortigen Flächen hat wenig Hoffnung auf eine große Heideblüte: „Wir werden in diesem Jahr wohl keine große Heideblüte erleben, weite lilafarbene Teppiche werden die Ausnahme sein“, ist sich der Landwirt sicher. „Wie schon in früheren Jahren kann es zu einzelnen blühenden Inseln kommen. Generell wird die lang anhaltende Hitze ohne ausreichenden Regen ein spätes Blühen der Heide verursachen. Der augenblickliche Regen reicht nicht aus, die Feuchtigkeits-Defizite der letzten Tage und Wochen auszugleichen“, erläutert Tewes.
Für Carl Wilhelm Kuhlmann aus Niederohe ist die Situation besorgniserregend. „Die Blüte steht auf der Kippe“, meint der Heidschnuckenzüchter. Besonders Heidepflanzen auf südlich gelegene Hängen seien stark von der Trockenheit betroffen – auch, wenn die robusten Gewächse eigentlich Überlebenskünstler sind. Junge Pflanzen seien dabei eher von der Dürre betroffen als alte Pflanzen: „Bei denen ist die Durchwurzelung besser und sie kommen einfacher an Wasser“, erklärt Kuhlmann den Unterschied.
„Die Heide übersteht gewisse Trockenphasen“, berichtet auch Eckehard Bühring, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Celle. „Aber in diesem Jahr ist das Wetter schon extrem gewesen. Wie Kuhlmann glaubt aber auch Bühring, dass noch Hoffnung auf eine farbenprächtige Heideblüte besteht. „Es wird keine Jahrhundert-Blüte mehr geben“, so Kuhlmann. Hoffnung bestehe dort, wo es Schatten gegeben hat. Zudem sei das Wetter in den nächsten Tagen entscheidend: Bleibt es kühler mit vermehrten Schauern, besteht die Möglichkeit, das einige Pflanzen doch noch blühen werden.
Das Heideblütenfest Ende August werden auf jeden Fall stattfinden, sagt Lutz Kriegerowski vom Förderverein Heideblütenfest Meißendorf. „Es ist optisch natürlich nicht ganz so schön, wenn die Trockenheit so groß ist“, berichtet er. „Wir gehen aber davon aus, dass wir Blüten bekommen werden“, erläutert er. Geerntet werden die Blüten kurz vor dem Fest auf dem Truppenübungsplatz Bergen.