TuS Celle 92 setzt weiter auf Jugendstil
Die neue Mannschaft von Tischtennis-Zweitligist TuS Celle 92 steht. Der Aufsteiger hat sich mit drei Spielern verstärkt und setzt dabei weiter auf die Jugend. Die Chancen auf den Klassenerhalt durch die Neuerwerbe schätzen die Verantwortlichen auf 60 Prozent.
CELLE. Borussia Dortmund, 1. FC Köln, Hertha BSC Berlin: Von solchen Gegnern in Punktspielen können die Celler Fußballer, die sich in der Spitze gerade mal auf Bezirksliga-Niveau bewegen, nur träumen. Auf die Tischtennis-Spieler des TuS Celle 92 hingegen warten genau diese Kontrahenten in der kommenden Zweitliga-Saison. Für den Aufsteiger, der in der Vorsaison in der Regionalliga gerade einmal drei Punkte abgab, geht es in der ersten Saison in der zweithöchsten deutschen Klasse nur um eines: das nackte Überleben.
„Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Vor einigen Wochen habe ich das noch für utopisch gehalten, mittlerweile sage ich: Die Chancen, dass wir drin bleiben, liegen bei 60 Prozent“, glaubt Teammanager Dieter Lorenz.
Grund für seinen Optimismus sind die Verstärkungen, die die Blau-Gelben an Land gezogen haben. Die sind durchaus vorzeigenswert – und preisgünstig. Denn die Celler sind ihrer Philosophie treu geblieben: Auf junge, hungrige Spieler setzen. „Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Mittlerweile wissen die Talente, dass Celle eine gute Adresse ist und man sich hier weiterentwickeln kann“, erklärt Pressesprecher Uwe Lehmann.
Mit Hermann Mühlbach (21), Erik Schreyer (22) und Arne Hölter (17) haben die Celler erneut drei „junge Wilde“ verpflichtet, zudem wurden alle Top-Spieler aus der Vorsaison gehalten. Hölter ist Junioren-Nationalspieler und gehört zu den besten Nachwuchskräften in Deutschland (siehe auch Seite xx). In der Vorsaison ging er für den MTV Hattorf an die Platte und war bester Spieler der Regionalliga Nord. Der Schüler wird an Position drei antreten.
Die neue Nummer zwei ist der dreifache Sachsenmeister Schreyer, der vom SV Zeulenroda an die Aller wechselt. Ebenfalls aus Sachsen stammt der neue Spitzenspieler Mühlbach. Der deutsche Jugendmeister von 2007 agierte in der vergangenen Saison in der 2. Liga bei Borussia Dortmund und war der beste Akteur im mittleren Paarkreuz.
Hinter den drei Neuen kommen die bewährten Kräfte Alexander Huuk, Lars Petersen sowie Richard Hoffmann und Pascal Tröger zum Einsatz. „Wir haben das Luxusproblem, dass wir acht Spieler für sechs Plätze zur Verfügung haben“, meint Lorenz. Trainer Dirk Diefenbach hat also die Qual der Wahl, wobei sich durch terminliche Überschneidungen von Wettbewerben und Punktspielen die Aufstellung oftmals von selbst ergeben wird.
Das Durchschnittsalter der Truppe beträgt 22,5 Jahre. „Wir waren auch schon im letzten Jahr die jüngste Mannschaft in der Liga und sind aufgestiegen. Uns war bei der Zusammenstellung wichtig, dass es auch menschlich passt. Es herrscht ein richtig guter Teamgeist. Zudem setzen wir auf unseren Heimvorteil mit den Fans im Rücken. Die tolle Stimmung in unserer kleinen Halle wird vielleicht auch den ein oder anderen Punkt bringen“, hofft Lehmann.
Große Sprünge konnten die Celler ohnehin nicht machen. Der Gesamtetat beträgt rund 30000 Euro. So viel zahlen manche Zweitligisten allein an Gage für ihre beiden Topspieler.
Im Kampf um den Klassenerhalt gilt es, von den in etwa gleichstarken Teams TTC GW Bad Hamm, TTS Borsum und 1. FC Köln mindestens zwei am Ende hinter sich zu lassen. Immerhin: Die Kölner haben jede Menge Erfahrung mit Abstiegen. Allerdings nur die Fußballer…
Autor: Oliver Schreiber, geschrieben am: 29.07.2010
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