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03. September 2010

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Bienenweide:Bunte Blüten für Celler Bienen

Oft werden Landwirtschaft und Bienenhaltung als Gegensätze wahrgenommen. Dass Ackerbau und Umweltschutz auch Hand in Hand gehen können, zeigt das neue Projekt Bienenweide, das vom Institut für Bienenkunde Celle wissenschaftlich begleitet wird. Die Brandenburger Blühmischung ist eine vielfältige Nahrungsquelle für Insekten.

CELLE. Eigentlich hat Landwirt Henning Schütze mit Imkerei überhaupt nichts zu tun. Aber nun blühen zwischen seinen Feldern die Wildblumen der Bienenweide in allen Farben. Die Bienenweide ist Teil eines neuen Projektes und soll Insekten wie Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und Schmetterlingen als Nahrungsquelle dienen. Gestellt wurden die Pflanzensamen vom Pflanzenschutzmittel- und Saatguthersteller Syngenta. Auf einem Hektar Land des Landwirts wurde im Mai die Brandenburger Blühmischung, zu der Pflanzen wie Buchweizen, Gelbsenf, Sonnenblume und Büschelschön gehören, ausgesät. „Für mich als Landwirt ist es wichtig, auch im Umfeld etwas zu machen“, meint Schütze. „Durch das Projekt lerne ich für meinen Betrieb viel dazu.“ Schütze baut auf seinen Flächen hauptsächlich Kartoffeln, Braugerste, Zuckerrüben und Mais für eine Biogasanlage an.

Rund 900 Landwirte nehmen in ganz Deutschland an dem Projekt „Imker sucht Landwirt“ teil. Je nach Bodenbeschaffenheit wurden entweder die Brandenburger oder die Tübinger Blühmischung ausgesät. An sechs Standorten werden die Entwicklungen der Bienen darüber hinaus wissenschaftlich überwacht. Einer der untersuchten Standorte ist die Bienenweide bei Eschede. Dabei untersuchen Entomologen die Auswirkungen der Blühfläche auf die biologische Vielfalt. „Acht Bienenvölker des Bieneninstituts Celle haben hier in den nächsten drei Jahren ihren festen Standort“, erklärt Institutsleiter Werner von der Ohe. Regelmäßig werden Honig und Pollen wissenschaftlich untersucht.

Beim Anflug auf die Blüten bleiben Pollen im Haarkleid der Bienen hängen und werden in den Pollenkörbchen an den Hinterbeinen transportiert. „Durch eine Pollenfalle, an der die Bienen den Pollen abstreifen, können wir stichprobenartig feststellen, welche Pflanzen von den Bienen beflogen werden“, erklärt von der Ohe. Anhand der Struktur der Pollen kann unter dem Mikroskop die Herkunftspflanze bestimmt werden.

Die Bienenweide soll als Ergänzungs- und Ersatznahrungsquelle für die Insekten während der Blütezeiten von Ackerbaupflanzen oder Obstbäumen dienen. „Wenn die Rapsblüte vorbei ist, entsteht für die Bienen ein Versorgungsengpass“, erläutert von der Ohe. „Im Projekt geht es zusätzlich darum, herauszufinden, wie sich die Pollen auf den Bestand der Bienen auswirken. Eine große Auswahl an verschiedenen Pollen als Nah-rungsquelle ermöglicht dem Bienenvolk Robustheit und Langlebigkeit.“ Dadurch wird die Anfälligkeit der Bienen für Krankheiten und Pflanzenschutzmittel geringer. Nektar- und Honigproduktion sind dabei sekundär. „Ein robustes Bienenvolk ist auch für den Landwirt attraktiv, da es die Erträge verbessert“, fügt von der Ohe hinzu.

Normalerweise blüht die Bienenweide bis in den Herbst. „Durch die Trockenheit in diesem Sommer sind die meisten Blumen leider sehr schnell verblüht“, meint von der Ohe. Im nächsten Frühjahr wird erneut eine Blühmischung ausgesät und auch Nistmöglichkeiten für Solitärbienen sollen errichtet werden.

Insekten wie Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge fühlen sich auf der Bienenweide wohl. Eine Solitärbiene sammelt Pollen auf dem Büschelschön. Fotos: Müller

Landwirt Henning Schütze (links) und Leiter des Insituts für Bienenkunde Werner von der Ohe auf der Bienenweide.

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