Laube sprintet an die Spitze
Gewohnt erfolgreich präsentierten sich Celles Speedskater bei der Deutschen Langstreckenmeisterschaft in Prezelle. Dorothea Laube setzte sich in ihrer Altersklasse durch und holte den Titel, Rainer Rudolph erlangte die Vizemeisterschaft. Gleichzeitig sicherten sich die Celler Starter etliche niedersächsische Titel.
CELLE. „Das ist mein bisher größter Erfolg“, sagt Dorothea Laube. Bereits zum sechsten Mal war die 61-Jährige in Prezelle an den Start gegangen. „Aber dieses Jahr bin ich zum ersten Mal richtig gut durchgekommen.“ Im Doppelmarathon setze sich Laube in ihrer Altersklasse W60 überzeugend gegen die Konkurrentinnen durch – und wurde mit einem Abstand von über 14 Minuten Deutsche Langstreckenmeisterin im Speedskating.
Dabei waren die Startbedingungen keineswegs optimal. „Das war eine richtige Hitzeschlacht“, erklärt Laube. Temperaturen um die 34 Grad Celsius machten den Startern das Leben schwer. „Viele haben aufgegeben“, sagt die Celler Skaterin. Sie selbst habe sich bereits Tage vorher auf den Wettkampf und die hohen Temperaturen vorbereitet. „Ich habe viel getrunken und Kohlenhydrate ohne Ende zu mir genommen“, erklärt Laube. „Das war das Entscheidende.“
Das sportliche Ereignis im Wendland, das dort bereits im zehnten Jahr ausgetragen wurde, gilt als Höhepunkt der Skatersaison. Für die Skater galt es, einen Doppel-Marathon über 84,39 Kilometer zu bewältigen. „Da geht es allein ums Durchhalten“, erklärt Laube. „Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden.“ Die frischgebackene Europameisterin der Marathonstrecke ging auch in Prezelle als Favoritin an den Start.
Laube ging das Rennen mit ihrer Trainingspartnerin Angelika Gradert von vorn an und ließ die Konkurrenz weit hinter sich. „Wir haben uns gegenseitig motiviert“, sagt Laube. „Besonders in der letzten Runde.“ Erst kurz vor dem Ziel ließen sich die Cellerinnen auf einen Sprint ein, den Laube mit zwei Zehntelsekunden für sich entschied. Gradert wurde vierte in ihrer Altersklasse W50.
Als dritte Celler Skaterin kämpfte sich Sandra Knoll durch das Rennen. Eine der dreieinhalb Runden konnte sie an der Spitzengruppe des Damenfelds das Rennen mitgestalten. Dann musste sie die Spitze ziehen lassen und als Einzelfahrerin ohne Windschattenvorteil über die Strecke skaten und schloss schließlich mit einem 14. Gesamtrang und dem Landesmeistertitel ab.
Leichtes Pech hatte Rainer Rudolph zu Beginn seines Rennens. Der Titelgarant versuchte, mit der jüngeren Altersklasse das Rennen zu gestalten, was sich als problematisch herausstellte. Durch seine vielfältige Rennerfahrung konnte Rudolph jedoch im richtigen Moment zum Schlusssprint ansetzten und ihn in seiner Gruppe gewinnen. Es reichte zum Vizetitel mit einer Zeit von 2:55:08,60 Stunden.
Auch bei der Siegerehrung der Niedersächsischen Landesmeisterschaft gab es viele Celler Trikots zu sehen. Allein die Goldmedaille wurde an sechs Skater verliehen, zwei Mal gab es Silber und ein Mal Bronze. In der Jugendklasse wurde über kürzere Distanzen geskatet. Noel-Sean Keppler konnte sich über 19,5 Kilometer den dritten Podestplatz sichern, Laura Schorsch bestritt ihr Rennen über 42 Kilometer mit einer Zeit von 1:32:09 Stunden und erreichte den vierten Rang.
Doppel-Marathon 2010: Sandra Knoll (AK WHK) 1. DM: Platz 5, 2. LM Platz 1; Dorothea Laube (W60) 1. Platz 1, 2. Platz 1; Angelika Gradert (W50) 1. Platz 4, 2. Platz 1; Percy Keppler (M40) 1. Platz 4, 2. Platz 1; Kazimierz Posadowski (M50) 1. Platz 4, 2. Platz1; Frank Heuser (M40) 1. Platz 16, 2. Platz 3; Thomas Rumpf (M40) 1. Platz 19, 2. Platz 4; Rainer Rudolph (M60) 1. Platz 2, 2. Platz 1; Janus Brachmann (M50) 1. Platz 16, 2. Platz 2; Klaas Hein (M30) 1. Platz 12, 2. Platz 2; Noel-Sean Keppler (MJ) 1. Platz 3; Laura Schorsch (WJ) 1. Platz 1