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03. September 2010

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Kampfhund-Attacke im Schlosspark

Wieder schockiert ein Kampfhund-Vorfall Celler Hundebesitzer. Im Schlosspark wurde der siebenjähirige Mischling Archi attackiert und verletzt. Ein unangeleinter Staffordshire-Terrier konnte von seinem Besitzer nicht zurück gehalten werden. Von beiden fehlt bisher jede Spur.

CELLE. Archi ist müde von den Medikamenten, beim Laufen hinkt er. Sonst ist äußerlich kaum noch zu erahnen, welchen Schrecken der Hund vor wenigen Tagen erlebt hat. „Wir waren abends im Schlosspark spazieren“, erklärt Besitzerin Katharina Drews. „Plötzlich kam ein anderer Hund auf uns zugelaufen und biss Archi in den Hals.“

Unangeleint und aggressiv – so beschreibt Drews den Hund, bei dem es sich vermutlich um einen Staffordshire-Terrier-Mix handelt. „Der Besitzer versuchte noch, ihn von uns weg zu ziehen, aber dann biss sich der Hund in Archis Bein fest und ließ nicht mehr los.“ Als er schließlich von seinem Opfer ablässt, kann dieses sich kaum bewegen. Drews ruft die Polizei. Als die Beamten eintreffen, ist der Besitzer längst verschwunden.

„Ich würde gerne Anzeige erstatten“, sagt Drews, die von dem Vorfall sichtlich erschüttert ist. Aber der Kampfhund-Besitzer ist unbekannt. „Jetzt bleibt meine Familie auf den Tierarztkosten sitzen. Ich verstehe nicht, warum keiner etwas unternimmt.“ Sie wolle keinesfalls erreichen, dass der aggressive Hund eingeschläfert werde. „Aber es ist einfach nicht okay, dass Hunde im Park unangeleint herumlaufen.“

In Celle besteht laut Verordnung in Fußgängerzonen, verkehrsberuhigten Bereichen und städtischen Parkanlagen Leinenzwang. Eine Ordnungswidrigkeit kann hier mit bis zu 5000 Euro geahndet werden. „Wenn ein Hund allerdings einen anderen beißt, dann ist das Sachbeschädigung“, erklärt die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner. „Deshalb ist dann die Staatsanwaltschaft zuständig.“

Wenn ein Hund auffällig werde, sei das Veterinäramt zuständig – an das sich Drews bereits gewandt hat. „Wir werden tätig, wenn es Hinweise auf die gesteigerte Agressivität von Hunden gibt“, erläutert Amtstierärztin Kerstin Leonhardt. „Zurzeit gehen wir dem Fall nach.“ Wird der Halter ermittelt, muss der Hund zur Untersuchung.

- Hundegesetz: Ende August will sich das Kabinett in Hannover mit den aufgrund mehrerer Beißattacken vorgesehenen Änderungen beim Niedersächsischen Hundegesetz befassen. Danach sollen alle neu angemeldeten Hunde einen Chip mit Angaben zum Halter bekommen. Angedacht ist zudem ein „Hundeführerschein“ für Halter auffällig gewordener Vierbeiner. Gewalttätern soll die Hundehaltung künftig verboten werden können.

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