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03. September 2010

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„Ein Auto für alle Generationen“: Fans des kugelrunden Volkswagens bereiten sich für Celler Käfertreffen vor

Andere Leute sammeln Briefmarken, Kai-Oliver Hain und Martin Lutterberg widmen sich in ihrer Freizeit ihren vierrädrigen Freunden. Seit sie den Führerschein haben, sind die beiden begeisterte Käferfahrer und schrauben in der eigenen Käfer-Garage an ihren kugelrunden Volkswagen herum.

CELLE. Verchromte Stoßstangen, die obligatorische umhäkelte Klopapierrolle in Sitzpolsterfarbe oder Casinowürfel als Türheber und Ventilkappenverzierung. Kai-Oliver Hain und Martin Lutterberg sind Käferfans mit Leib und Seele. Auch Lutterbergs Söhnchen Till (2) ist bereits fleißig beim Schrauben mit dabei. „Seinen eigenen Käfer besitzt er auch schon“, meint sein Vater und deutet auf einen halb auseinander gebauten Käfer in einer Ecke der Garage. „Das ist ein rostfreies Jubiläumsmodell aus dem Jahr 1986. Der Käfer ist eben ein Auto für alle Generationen.“

Till inspiziert schon mal den Motor im Kofferraum und übt sich mit dem Schraubenschlüssel. „Das ist aber eher ein Langzeitprojekt. Im Laufe der Jahre werde ich den Käfer zusammen mit Till wieder flott machen, bis er dann irgendwann seinen Führerschein hat“, meint Lutterberg. „Falls es dann noch Benzin gibt“, setzt Hain lachend hinzu. Till ist jedenfalls begeistert von allem, was sich dreht und bewegt und schaltet am liebsten das Licht ein und aus. Lutterbergs eigenen Käfer, ein beiges Modell aus dem Jahr 1981, besitzt er seit er den Führerschein hat. „Den habe ich von einem älteren Herrn gekauft, als ich 17 war. Insgesamt hat er erst knapp 40000 Kilometer auf dem Buckel, das ist in der Käferszene schon eine Rarität.“

Auch Kai-Oliver Hains Käfer ist sein allererstes Auto. „Der ist aus dem Jahr 1974. Ich habe ihn allerdings erst 1989 übernommen. Im letzten Jahr diente er sogar als Hochzeitskutsche.“ Die quietschgelbe Knutschkugel stand auch schon mal Modell: „Ein Fotografie-Student war so von ihm begeistert, dass er ihn sich für ein Fotoprojekt über ein Wochenende ausgeliehen hat“, erzählt Hain.

Noch ein vierter, leicht lädierter Käfer findet sich in der Käfer-Garage. „Der war mal mein Alltagsauto“, meint Hain. „Hat auch so einiges mitgemacht, aber nun soll er mal wieder so richtig flott gemacht werden. Gerade bin ich dabei die Kotflügel auszutauschen.“

Am Käfer gibt es viel besonderes: „Allein die Form ist einzigartig“, findet Hain. „Und das Motorengeräusch ist einfach typisch. Bei Kindern folgt meistens erstmal der erstaunte Blick, wenn man die Haube aufmacht: Das Auto ohne Motor.“ Hain und Lutterberg schrauben viel selbst an ihren Lieblingen: „Ersatzteile findet man zum Glück noch relativ viele, aber manche Werkstätten sind etwas überfordert, wenn sie ein ganz altes Modell bekommen. Das ist ja reine Mechanik, dafür muss man den Käfer riechen, hören und beinahe schmecken können“, scherzt Hain.

Bei ihren Umbauten achten Hain und Lutterberg jedoch streng darauf, den Charme des Käfers beizubehalten: „An meinem wurde außen nur verändert, was auch im Jahr 1974 schon möglich gewesen wäre“, erklärt Hain. Dafür hat sein kugelrunder Freund auch das H-Kennzeichen erhalten. Im Fahrzeuginneren hat der gelbe Käfer aber trotzdem ein paar Neuheiten bekommen: Bequemere Sitze, ein neues Lenkrad und Zusatzinstrumente. „Für den sportlichen Charakter.“

Zusammen organisieren Martin Lutterberg und Kai-Oliver Hain auch in diesem Jahr wieder das Käfertreffen in Celle. „Natürlich führen wir da unsere beiden Käfer auch vor. Ein bisschen Stolz ist man ja schon, wenn man so viel Arbeit rein gesteckt hat“, meint Hain lachend.

Käfertreffen in Celle

Bereits zum 19. Mal versammeln sich am Sonntag von 10 bis 17 Uhr Käferfans aus ganz Deutschland auf dem Schützenplatz in Celle. In Norddeutschland ist es das zweitgrößte Eintagestreffen, bei dem die Liebhaber des kugelrunden Volkswagens ihre Schätze präsentieren und sich über Geschichten und Ersatzteile austauschen.

Auch die luftgekühlten Artverwandten wie VW-Busse und Transporter, Karmann-Ghia, die beinahe schon vergessenen Modelle 1500/1600 und VW 411/412 oder der VW-Porsche sind auf dem Schützenplatz herzlich willkommen.

Für die kleinen Käferfans gibt es ein Kinderprogramm. Auf der „Schnäppchen-Allee“, dem großen Teilemarkt, können lang gesuchte Ersatzteile gefunden oder Andenken erworben werden. Natürlich können Besucher in diesem Jahr auch wieder die Käfer-Treffen-Tasse erwerben. Zum Jubiläum 40 Jahre VW 1302 gibt es in diesem Jahr eine Sonderschau.


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