Freitag,
03. September 2010

Kontakt RSS

CZTV-Frame
• Aktuelle Videos
Sie befinden sich hier: » Start

Fürstenhof-Sommelier testet Weinmarkt-Tropfen

Sieben Winzer sind mit ihren Ständen auf dem Weinmarkt vertreten. Einem Profi sollte es bei dieser Anzahl nicht schwer fallen, klare Unterschiede in der Qualität der Erzeugnisse festzustellen. Für Sommelier Sebastian Wilkens vom Fürstenhof Celle wurde die Aufgabe, den besten Wein zu finden dennoch zu einem Problem. Ausnahmslos alle Winzer überzeugten. Es galt für ihn also eher das I-Tüpfelchen in einer Spitzengruppe zu finden.

Mehr von diesem Autor
CELLE. Eine Weile lässt Fürstenhof-Sommelier Sebastian Wilkens den Aromen Zeit, sich im Glas zu entfalten. Dann riecht er vorsichtig am Wein, runzelt die Stirn, setzt das Glas ab und wiederholt die Prozedur. Schließlich nimmt er einen kleinen Schluck und hält ein weiteres Mal inne. Winzer Armin Lamberth beobachtet das Schauspiel mit einer Mischung aus belustigtem Lächeln und Prüflingspanik. „Ich hab’s befürchtet“, so Wilkens schließlich. Für einen Moment hält Lamberth den Atem an „Der 2008er ‘Himmelthal’ Grauburgunder Spätlese trocken ist auch sensationell gut.“ Schließlich lachen beide und fachsimpeln über Aromen, Lagerung und andere Jahrgänge des Weines.

Exklusiv für die CZ hatte sich Wilkens der Aufgabe gestellt, den besten Wein des Weinmarktes zu finden. Er ist sichtlich angetan, von dem, was ihm angeboten wird: „Das es so schwierig wird, hätte ich vorher nicht gedacht. Das Niveau in diesem Jahr überrascht mich absolut positiv.“ Hatte es in vorangegangenen Jahren auch noch eine Jury gegeben, die ihr Votum abgegeben hat, ist der Sommelier dieses Mal auf sich allein gestellt. „Eine Kürung der besten Tropfen ist von offizieller Seite in diesem Jahr nicht vorgesehen“, erklärt Manfred Brase, Veranstaltungsleiter bei der Tourismus Region Celle.

So manche Enttäuschung musste Wilkens in vorangegangenen Jahren schon über sich ergehen lassen. Das sein Urteilssinn getrübt ist, glaubt er allerdings nicht. „Ich weiß auch nicht, ob es an meiner guten Stimmung liegt, oder am Jahrgang. 2009 hat in meinen Augen sehr viel Potenzial, auch wenn es vielleicht noch fünf oder zehn Prozent unter dem absoluten Weinjahr 2007 liegt.“

Bei der Beurteilung spielt auch Vorstellungskraft eine Rolle. Wilkens: „Wenn ich glaube, dass ich einen Wein auch privat zu Hause trinken könnte, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.“ Dazu kämen dann aber noch viele weitere Faktoren und Kriterien, die er in seinem Beruf ganz automatisch anwende.

Schließlich findet der Profi doch noch einen Wein, den er zum absoluten Sieger krönt. Beim Weingut Janß macht ihn der 2009er Würzer Kabinett trocken für einen Moment regelrecht sprachlos. „Der ist wirklich super, das ist mit Abstand der beste Wein sogar noch der vergangenen Jahre“, so sein Urteil. „Als Kabinett ist der einfach sensationell. Die leichte Aromatik wie ein Sauvignon Blanc macht richtig Spaß.“

Wolfgang Janß ist stolz auf das Urteil des Experten. Schon im vergangenen Jahr hatte er Jury und Wilkens mit seiner Chardonnay-Spätlese 2008 begeistert. „Ich kann ja schlecht hier den ersten Preis für einen Weißwein machen und dann ein Jahr zuhause sitzen und mit Spülwasser zurück nach Celle kommen“, sagt der Winzer lachend. „Da habe ich besseres mit meiner Zeit anzufangen. Wenn ich dann auch noch sehe, dass meine Arbeit auf die richtige Resonanz stößt, freut mich das natürlich doppelt. Auch Petra Janß ist froh über das Urteil. „Gestern hatten wir eine Gruppe älterer Damen hier, die haben den Wein immer nur als ‘Geheimtipp’ genossen. Damit dürfte es jetzt wohl vorbei sein“, so die Winzerin.

Google Maps
Anzeige
Ablage

Ergebnisse

schliessen