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Autor: Martin Moravec, dpa, am: 01.09.2010
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Bundesliga beweist im Endspurt Attraktivität

Leipzig (dpa) - Nichts geht mehr: Das Transferroulette ist zum Stillstand gekommen und hat dabei die Attraktivität der Fußball-Bundesliga unter Beweis gestellt. Klangvolle Namen etwa aus der Serie A wurden verpflichtet und auf den letzten Drücker auch die Kader in der Eliteklasse entschlackt.

171 Spieler im Wert von 126,49 Millionen Euro gaben die Clubs ab. Vor einem Jahr wurde für 140 Akteure 111,96 Millionen Euro erwirtschaftet. Auffällig vor Ende der Frist am 31. August war der Zustrom von Profis aus der Serie A. Ließen sich vor allem in den 1990-ern deutsche Stars nach Italien locken, bedienten sich nun die Bundesligisten gern aus dem Angebot der Italiener. Der VfB Stuttgart verpflichtete gar mit Mauro Camoranesi von Juventus Turin einen Weltmeister von 2006. Der FC Schalke 04 angelte sich den niederländischen Nationalstürmer Klaas-Jan Huntelaar vom AC Mailand und zuvor hatte sich bereits der VfL Wolfsburg im Piemont bedient und Diego unter Vertrag genommen.

Als Investitionsmeister erwiesen sich die Grünweißen. Der Champion von 2009 gab 37,6 Millionen Euro für seine Kadererneuerung aus; Schalke mit 36,0 Millionen Euro nur unwesentlich weniger. Um die Transferbilanz etwas auszugleichen, ließen die Wolfsburger Spielmacher Zvjezdan Misimovic (Galatasaray Istanbul/8,0 Millionen Euro) an den Bosporus ziehen - nicht zuletzt, da in Diego der Nachfolger schon gefunden war.

Der Hamburger SV spart sich in dieser Saison zumindest einen Teil des Gehalts für Verteidiger David Rozehnal: Der 30-jährige Tscheche wurde an den OSC Lille verliehen. Im vergangenen Sommer war der Nationalspieler für rund fünf Millionen Euro von Lazio Rom verpflichtet worden, erwies sich aber nie als die erhoffte Verstärkung. 2009 hatten die Bundesligisten für 172 Akteure wie Rozehnal, Robben & Co. 221,75 Millionen Euro investiert; in diesem Sommer wurden 155,59 Millionen Euro für 175 Profis ausgegeben.

Wie verhalten die Eliteclubs agiert haben, belegt der Vergleich mit England, Italien und Spanien. In der Premier League investierte das durch einen Scheich alimentierte Manchester City rund 145 Millionen Euro. Damit gaben allein die «Citizens» fast genau so viel aus wie die gesamte Bundesliga. «Wenn man einen guten Spieler haben will, muss man viel Geld ausgeben», rechtfertigte Trainer Roberto Mancini die Ablösen. Bei Ausgaben von etwa 420 Millionen Euro nahmen die englischen Erstligisten nur rund 185 Millionen durch Verkäufe oder Leihgeschäfte ein, was ein dickes Saldo ergibt.

Die Serie A verzeichnete bei geschätzten Transfereinnahmen von 270 Millionen Euro ein Minus von circa 20 Millionen Euro. Der FC Barcelona (etwa 70 Millionen Euro) trieb die Ausgabenseite der Primera Division auf geschätzte 260 Millionen Euro - bei ligaweiten Erlösen von rund 250 Millionen Euro.

Als prominentester Abnehmer aus der Bundesliga erwies sich Barca- Konkurrent Real Madrid, das Sami Khedira (VfB Stuttgart/14,0) und Mesut Özil (Werder Bremen/15,0) unter Vertrag nahm. Aber auch Champions-League-Teilnehmer Rubin Kasan holte sich in Obafemi Martins (VfL Wolfsburg/9,0) und Carlos Eduardo (1899 Hoffenheim/20,0) zwei Bundesligaprofis. Ab 1. Januar darf dann offiziell wieder weitergefeilscht werden.

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