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„Kein Platz für Rechtsextremismus“

Keine Nazitreffen in Eschede und Lichter gegen Extremismus Foto: Simon Ziegler

Bis zu 200 Menschen sind am Sonnabend gegen Rechtsextremisten in Eschede auf die Straße gegangen. Am Nachmittag zog ein Demonstrationszug vom Bahnhof Richtung Nahtz-Gelände, bevor am frühen Abend eine Andacht stattfand. Die Polizei teilte unterdessen mit, dass erst am Sonntag rund zehn Personen auf dem Hof des Landwirtes gewesen seien. Von einer Sonnenwendfeier könne nicht die Rede sein, hieß es.

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ESCHEDE. Die Zivilgesellschaft hat sich am Wochenende erneut gegen Neonazi-Treffen in Eschede gestellt. Nach Veranstalterangaben beteiligten sich rund 150 Menschen an einer Demonstration, zu der der Escheder Arbeitskreis „Gemeinsam gegen Extremismus“ aufgerufen hatte. Die Polizei sprach von 100 Teilnehmern. „Ich bin glücklich, dass so viele Leute gekommen sind“, sagte Anmelderin Raili Preuß. Sie glaubt, dass es ohne den Mahnwachen-Streit der vergangenen Wochen noch mehr Menschen gewesen wären. Die Demonstranten hatten auf eine Mahnwache direkt am Gelände des rechtsextremen Landwirts Joachim Nahtz verzichtet, weil die Teilnehmer der Polizei ihre Namen hätten melden müssen.

Unter den Demonstranten, die in Sichtweite der Zufahrt zum Hof eine Kundgebung abhielten, waren Politiker verschiedener Parteien, Gewerkschafts- und Kirchenvertreter. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann sagte, dass „wir auf der Seite von Toleranz und Vergebung stehen. Die andere Seite steht für Intoleranz und Hass“. Hartwig Erb vom Deutschen Gewerkschaftsbund kündigte an, die Auslegung des Versammlungsrechtes künftig stärker zu thematisieren. Das Recht werde völlig verdreht, kritisierte er das Vorgehen des Landkreises Celle und der Polizei im Zusammenhang mit der Mahnwache. Zum ersten Mal unter den Escheder Demonstranten war Sabine Grünheit-Rakowski aus Celle. „Ich stehe hier, weil man etwas tun muss, damit so etwas wie vor 1945 nie wieder passiert“, sagte sie.

Im Anschluss an die Demonstration kamen rund 60 Menschen zur Andacht „Lichterkette gegen Extremismus“, zu der auch die evangelische Kirche aufgerufen hatte. Eschedes Bürgermeister Gerd Bakeberg sagte, dass Gemeinde und Samtgemeinde hinter friedlichen Demonstrationen stehen. „Wir wollen zeigen, dass Rechtsextremismus in Eschede keinen Platz hat.“ Bakeberg verwies zudem auf eine Aktionswoche gegen Rechtsextremismus Ende Januar, die von Gemeinde, Arbeitskreis, Kirche und Schulen getragen wird.

Polizeisprecher Stefan Bauer sagte, dass am Wochenende keine Sonnenwendfeier in Eschede stattfand. Dies habe sich schon am Samstagmittag abgezeichnet, weil auf dem Gelände kein Schnee geräumt war. Gestern seien rund zehn Personen gesehen worden. Vor einem Jahr hatten sich 200 Rechtsextreme in Eschede zur Sonnenwendfeier versammelt.


Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 19.12.2010 um 18:49 Uhr
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