Eschede startet Aktionswoche gegen Rechts

„Rassismus in der Kiste“: Christof von Butler, Günter Berg und Michael Cordioli (von links) betrachten die Installation, die Schüler während der Celler Aktionswochen gegen Rechtsextremismus im März 2009 gefertigt haben. Foto: Tore Harmening

Samtgemeindebürgermeister Günter Berg hat gestern die Aktionswoche gegen Rechtsextremismus in Eschede eröffnet. Während zahlreicher Veranstaltungen sollen sich vor allem Kinder und Jugendliche in den kommenden Tagen mit dem Thema auseinandersetzen.

ESCHEDE. Wegschauen und ignorieren – das will man in Eschede nicht, sagt Samtgemeindebürgermeister Günter Berg. Darum hat der Escheder Arbeitskreis „Gemeinsam gegen Extremismus“ zusammen mit der Gemeinde und der Johanniskirchen-Gemeinde Eschede eine Aktionswoche gegen Rechts auf die Beine gestellt. Gestern eröffnete Berg im Escher Musenmöhl eine Ausstellung mit 20 Tafeln des Celler Forums gegen Gewalt und Rechtsextremismus sowie der Installation „Rassismus in der Kiste“. Damit gab er gleichzeitig den Startschuss für die Aktionswoche.

Positiv in die Öffentlichkeit treten und weder schweigen noch den Kopf in den Sand stecken – das will Eschede laut Bürgermeister Gerd Bakeberg mit der Aktionswoche. „Es ist entscheidend, dass wir von uns aus zeigen, dass wir diese Treffen nicht tolerieren“, erläuterte er hinsichtlich der regelmäßig stattfindenden Zusammenkünfte von Neonazis auf dem Hof von Joachim Nahtz. Dafür wolle man die Bevölkerung gewinnen. „Ich denke, dass die Aktionswoche gut angenommen wird“, so Bakeberg weiter.

Berg sprach das „Imageproblem“ der Gemeinde an, das durch die regelmäßigen Veranstaltungen auf Hof Nahtz entstünde. Dadurch würde Eschede vor allen in den Medien einseitig dargestellt werden: „Dem müssen wir uns stellen“, so der Samtgemeindebürgermeister. Gemeinsam möchte man in der Aktionswoche Zeichen setzen. Die Rechtsextremisten seien keine Ewiggestrigen, die „nur ein bisschen Folklore betreiben“. Eschede habe einen guten Grund, sich mit dem Thema zu befassen. Kreisdezernent Michael Cordioli und der Escheder Pastor Christof von Butler schlugen in dieselbe Kerbe: „Es ist wichtig, dass solche Aktionswochen stattfinden.“

Besonders Kinder und Jugendliche sollen mithilfe der zahlreichen Veranstaltungen für das Thema sensibilisiert werden – so, wie Nico Peschke aus Höfer. „Die Aktionswoche ist auf jeden Fall das richtige für Eschede“, meinte der 14-jährige Schüler der Haupt- und Realschule an der Flohrmühle. „Viele Jugendliche finden das Thema sehr interessant“, berichtete er weiter. Bakeberg hofft zudem, dass zu den Abendveranstaltungen wie der Lesung von Harald Tondern neben Kindern und Jugendlichen auch Erwachsene erscheinen.

Ausstellung und weitere Veranstaltungen: In den kommenden Tagen erwarte die Escheder laut Berg ein „umfangreiches Programm“. So wird die Ausstellung im Escher Musenmöhl von heute bis Donnerstag jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag von 15 bis 21 Uhr. Heute Nachmittag geht Blaise Pokos im Rahmen der Kinder-Uni dem Thema Fremdenfeindlichkeit „wissenschaftlich“ auf den Grund. Start ist um 16 Uhr in der Glockenkolk-Halle.
Christian Uthoff Autor: Christian Uthoff, am 24.01.2011 um 18:17 Uhr
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