JU-Chef: Konservativer «Berliner Kreis» unnötig
Berlin (dpa) - Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, hält den konservativen «Berliner Kreis» in seiner Partei für unnötig. «Ich halte nichts von Parallelveranstaltungen zu Gremien wie Parteitagen, Fraktion und Vereinigungen», sagte Mißfelder sagte der «Frankfurter Rundschau».
Im CDU-Präsidium würden konservative Positionen bereits durch ihn selber, durch Unionsfraktionschef Volker Kauder und durch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier vertreten.
Heute Abend trifft sich der Gesprächskreis konservativer und wirtschaftsliberaler CDU-Politiker in der Parteizentrale mit CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. Die Parteiführung lehnt Bestrebungen des Kreises ab, sich innerhalb der CDU als eine Art Parteiflügel zu etablieren.
Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach, der dem «Berliner Kreis» angehört, forderte die Parteispitze auf, die Gruppierung als Bereicherung zu begreifen. Schließlich sei bei den bisherigen Treffen «nie ein Satz gefallen, der der CDU als Partei oder der Parteivorsitzenden Probleme machen konnte», sagte Bosbach dem Blatt. Es gehe darum, der CDU neue Themen zu erschließen und auch die Entscheidungsfindung in der CDU zu verbessern.
Sachsens CDU-Fraktionschef Steffen Flath sagte der «Leipziger Volkszeitung»: «Man sollte Kritik nicht abwürgen, sondern sie einbeziehen.» Kritische Arbeitskreise seien in einer Demokratie etwas ganz Normales. «Außerdem will ich nicht, dass sich irgendwo am rechten Rand eine neue Partei gründet», sagte Flath, der dem «Berliner Kreis» ebenfalls angehört.
Autor: dpa, geschrieben am: 07.02.2012
Artikel drucken