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Gert Neumann Autor: Gert Neumann, am 17.02.2012 um 17:29 Uhr
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IHK: Lokalpolitik als Partner der Wirtschaft

Michael Wilkens von der Industrie- und Handelskammer hat beim Neujahresempfang des Gewerbevereins Groß Hehlen-Scheuen-Hustedt die Lokalpolitik aufgefordert, ein verlässlicher Partner für die Wirtschaft zu sein.

GROSS HEHLEN. „Wir haben uns in Deutschland in den Jahren 2010 und 2011 auf ein hohes Niveau zurückgearbeitet und jüngst im Export die magische Billionengrenze geknackt.“ Das sagte Michael Wilkens, Leiter der Geschäftsstelle Celle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, beim Neujahresempfang des Gewerbevereins Groß Hehlen-Scheuen-Hustedt im Hotel Celler Tor. Hier referierte er zu aktuellen wirtschaftlichen Themen zwischen Weltwirtschaftslage und Celler Problemen.

Regional sei Celle durch die Bundeswehrstrukturreform und die Veränderungen der Britischen Truppen betroffen, so Wilkens. Das biete Chancen, aber auch Kaufkraftausfall. Die IHK habe darauf mit einer fundierten Befragung die Perspektiven für die Wirtschaft aufgezeigt. Kein Verständnis habe er für die geplanten großzügigen Vorruhestandsregelungen im Zuge der Bundeswehrreform in Zeiten des Fachkräftemangels. In Deutschland seien im Jahr 2011 75.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Es gelte, die Abwanderung junger Leute aus ländlichen Regionen in die Zentren mit Universitäten und vielfältigen Weiterbildungsangeboten abzumildern, sagte der IHK-Chef.

In der Eurokrise sieht Wilkens auch die Chance zur Umsteuerung. Sie zeige der Politik, dass diese ihre Gestaltungskraft verliert, wenn sie ihre Haushalte nicht mehr im Griff haben. Mindestlohn – so Wilkens – verstoße gegen die Vertragsfreiheit, einem zentralen Grundprinzip der Sozialen Marktwirtschaft. Eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg sei für ihn Planungssicherheit. Mit dieser stehe es in der Celler Innenstadt, insbesondere beim Thema Verkehr, nicht gut. Ob Rathausumfahrung, Nordwallentwicklung oder Schuhstraße: Die ansässigen Unternehmen müssen für ihre Kunden erreichbar sein.

Auf lokaler Ebene müsse die Wirtschaft in der Lokalpolitik verlässliche Partner an ihrer Seite haben. Parteipolitische Erwägungen dürften dieses Engagement nicht untergraben. Die Ortsumgehung Celle sollte schnellstmöglich fertig gestellt werden. Die IHK werde sich dafür intensiv einsetzen, dass nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts mit Anbindung an die Bundesstraße 214 bei Baker Hughes auch die Allerquerung alsbald folgen muss und auch die Umfahrung Groß Hehlens umgesetzt werde. Nur in ihrer Gesamtheit entfalte die Umgehung ihre gewünschte Wirkung.

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