Erwin Schakeit (links) und Erich Fischer pr‰sentieren die ¸ber 30 Jahre alte Kabelwinde. Foto: Lothar H. Bluhm

Erinnerungen an das Ölfeld Hohne

Fast 50 Jahre lang wurde auf den Feldern bei Hohne Erdöl gefördert. Das brachte der Gemeinde mit dem drittgrößten Erdölfeld Deutschlands den Beinamen „Öl-Hohne“. Im Energiemuseum Spechtshorn sind wichtige Zeugnisse dieser Zeit zusammen getragen worden.

SPECHTSHORN. Wie viele Exponate in den drei Gebäuden des Energiemuseums lagern und zu besichtigen sind, kann Museumschef Erich Fischer gar nicht so genau sagen. Zurzeit werde gerade die Inventarliste erarbeitet, weiß er. Und dass das mühsame Arbeit für die Ehrenamtlichen ist, weiß er auch.

Fest stehe aber, dass alle Gegenstände, Dokumente und Geräte hier im Bereich zwischen Spechtshorn und Hohne im Einsatz waren. Vom Ölbohrvertrag vom 8. März 1935 bis zum Pumpgestänge oder dem Warzenmeißel. „Das haben wir alles selbst aufgearbeitet“, berichtet Fischer von den bisherigen Aktivitäten. „Wir sind jetzt eine Gruppe von acht Lachendorfer, Jarnsern und Spechtshornern.“

Etwa 750 Besucher kommen im Jahr nach Spechtshorn in das Energiemuseum. Einige haben sich in das Gästebuch eingetragen: „Dank Euch haben wir ein sehr lobenswertes Ausflugsziel gehabt – Glück auf!“, notiert ein Schriftführer aus Hohnhorst. Polizei; Landfrauen und polnische Müller haben sich ebenso in dem dicken Buch verewigt, wie Gäste aus Japan, Frankreich und Kanada. Ein Aufnahmeteam des Zweiten Deutschen Fernsehens ist mit dabei. „Es gab auch schon mehrmals Besuche aus der Celler Bohrmeisterschule.“

Nachdem 1997 die letzte Bohrung geschlossen wurde, blieben viele sichtbare Zeugnisse erhalten. „Die Bohrung ‚Hohne 1‘ wurde 1951 begonnen, und in 1768 Metern Tiefe wurde der ölführende Angulatensandstein gefunden. Bis 1997 lief die Förderung“ weiß Fischer genau Bescheid und präsentiert gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Geräteführer des Museums, Erwin Schakeit, die über 30 Jahre alte Kabelwinde.

Die Winde wird von einem Fichtel & Sachs-Motor mit fünf PS angetrieben. Ein Untersetzungsgetriebe (10:1) ist angeflanscht. Auf der Winde ist eine auswechselbare Trommel für 3000 Meter Stahlmessdraht installiert. „Der Draht allein wiegt 98 Kilogramm, wenn er aufgewickelt ist“, stellt Fischer ein paar Fakten vor. Breite 565 Millimeter, Länge 1100 Millimeter, Höhe 610 Millimeter.“ Das Gewicht beträgt 121 Kilogramm ohne Trommel und die Winde hat eine Zugkraft von 280 Kilogramm. „Um Kontrollen und Bodendruckmessungen durchzuführen und um Paraffin von den Bohrlöchern zu beseitigen sowie um den Flüssigkeitsspiegel in dem Bohrloch genau zu ermitteln, wurde das Drahtseil in die Bohrlöcher gelassen.“

Die Winde war in einem Fahrzeug eingebaut und konnte so von einem Bohrloch zum anderen gefahren werden, um die Messarbeiten durchführen zu können. „Die Winde haben wir ziemlich zu Anfang bekommen“, erinnert sich Erwin Schakeit an den Start des Museums im Jahr 2005. Schon ein Jahr später wurde das Museum räumlich erweitert, so dass jetzt drei Ausstellungs- und Laborräume besichtigt werden können.

Die Dea- und Texaco-Fahnen flattern draußen im Wind.


EnergieMuseum Spechtshorn
Spechtshorner Straße / Ecke Wiesenstraße
29362 Hohne-Spechtshorn

Öffnungszeiten:
Nach vorheriger Absprache
Erich Fischer
Tel.: 05083/791

Eintritt:
Eine angemessene Spende

Autor: Lothar H. Bluhm, geschrieben am: 13.08.2012       Artikel drucken