Auch die 20. Celler Chronik bietet dem Leser wieder interessante Beitr ge ber die Geschichte der Residenzstadt. Foto: Alex Sorokin

Mehr Lehrerstunden für Celler Ganztagsgrundschulen

Die Stadt und die Grundschulen werden bei der Ganztagsschule entlastet. Das Land wird die Lehrerstunden für offenen Ganztagsschulen deutlich erhöhen. In Celle bedeutet dies einen Anstieg von 170 auf 320 Lehrerstunden.

CELLE. Die Einführung der flächendeckenden Ganztagsgrundschulen in Celle ist eine echte Herkulesaufgabe für die Stadtverwaltung gewesen – und das gilt bis heute. Immer noch gibt das Neue Rathaus um die zwei Millionen Euro pro Jahr aus, um das Personal für das Nachmittagsangebot an den 15 Grundschulen zu bezahlen. Künftig könnte es Entlastung geben, sowohl bei der Betreuung an den Schulen, als auch finanziell. Zu Beginn des Schuljahres hat das Land die Ausstattung der offenen Ganztagsschulen mit Lehrerstunden deutlich angehoben. So sieht es der Runderlass "Die Arbeit in der Ganztagsschule" vor.

"Wir haben von Anfang an gehofft, dass sich das Land bei den Ganztagsschulen mehr engagiert", sagte Fachdienstleiterin Kerstin Oehl, zuständig für Schulangelegenheiten bei der Stadt Celle, bei der jüngsten Schulausschusssitzung am Mittwoch. Allerdings hat die Stadt sechs Jahre lang warten müssen, bis dies geschieht.

Für Celle bedeutet der neue Erlass, dass die Lehrerstunden für den Ganztag von derzeit etwa 170 auf 320 ansteigen werden. Zu Beginn des Schuljahres hätten allerdings in Einzelfällen die Stellen nicht besetzt werden können. Wie viel Geld die Stadt nun dadurch für das Nachmittagsangebot spart, stehe noch nicht fest. Im Neuen Rathaus wird noch gerechnet. Wichtig: Freude dürfte nun auch vor allem auf Elternseite bestehen. Ein qualitatives Nachmittagsangebot war seit Einführung der flächendeckenden Ganztagsgrundschule immer wieder gefordert worden.

Mit dem Runderlass bieten sich den Celler Grundschulen noch weitere Möglichkeiten. "Mit den neuen Regelungen können die offenen Ganztagsgrundschulen in gebundene Systeme wechseln", erläuterte Oehl. Dies war jahrelang nicht möglich, wurden doch unter der CDU/FDP-Vorgängerregierung nur noch offene Ganztagsschulen zugelassen.

Künftig seien auch teilgebundene, gebundene oder auch Ganztagsschulzüge, also Ganztagsklassen, möglich. "Dadurch können die Schulen zum Beispiel die Rhythmisierung des Schulalltags ändern, können auch nachmittags Unterricht halten und vormittags Ruhephasen einführen", so Oehl. Eine Änderung erfolge allerdings nur in Abstimmung mit der Stadt. Einige Grundschulen seien bereits auf dem Weg zu einem anderen System.

Autor: Gunther Meinrenken, geschrieben am: 26.09.2014       Artikel drucken