Die Fachtagung „Frauen im Rechtsextremismus“ im Rahmen der Aktionswochen gegen Rechtsextremismus fand regen Zuspruch. Foto: Alex Sorokin

Ein Ball reicht

Eine mutmaßliche Rechtsextremistin soll in Lüneburg künftig wieder Kinder an einer städtischen Kindertagesstätte erziehen. Eltern kämpfen seit zwei Jahren in der niedersächsischen Stadt dagegen. Ein Einzelfall ist das nicht. „Aber was sollen wir machen, wenn uns ein Kind fragt, was rechts ist?“, will eine Celler Erzieherin bei der Fachtagung „Frauen im Rechtsextremismus“ im Kreistag, die im Rahmen der Aktionswochen gegen Rechtsextremismus regen Zuspruch fand, wissen.

CELLE.

„Das ist eine einfache Frage, auf die wir auch eine einfache Antwort geben sollten“, sagt Katharina Sander, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, die die Fachtagung organisiert hat. Die einfache Antwort lautet: Ausgrenzung. „Das ist etwas, was die Kinder auch verstehen. Und wenn die Kinder das verstehen, beugt das früh Konflikten vor.“

Auch vor dem Hintergrund, was gerade in Lüneburg passiert, regten die Erzieherinnen an, einen Leitfaden für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus in den Satzungen der Einrichtungen in Stadt und Landkreis aufzunehmen.

Was hilft, Vorurteilen schon im Kindesalter vorzubeugen, ist: spielen. „Das ist häufig die erste interkulturelle Begegnung“, erklärt eine Dozentin, „dafür braucht es keine Kultur und keine Sprache, sondern nur einen Ball oder Luftballon.“ (chz)

Autor: Christoph Zimmer, geschrieben am: 28.04.2013       Artikel drucken