Sven und Susanne Schröder mit den Hunden Rike und Frieda. Foto: Martina Hancke (7)

Wasserlandschaft und Volieren

„Wir sind keine Leute fürs Gerade“, sagen Susanne und Sven Schröder aus Thören. Ihr Waldgarten spiegelt die Lust seiner Besitzer am Wandel wider: Er ist mal abenteuerlich wild, dann wieder dekorativ und formschön. Vor allem aber ist er etwas für Tierliebhaber: mit drei Sittich-Volieren, frei laufenden Hühnern, Hunden und Meerschweinen.

THÖREN. „Zur Inspiration, zum Genießen und Träumen soll unserer Garten einladen“, beschreiben Susanne und Sven Schröder ihren Waldgarten am Rande des Celler Landkreises. Das 2500 Quadratmeter große Grundstück hat in den vergangenen 15 Jahren zahlreiche Kiefern, Wacholder und Brombeeren eingebüßt. Jetzt ragen Eichen und Buchen, aber auch Quitten und Ziergehölze in den Himmel. Einen „ordentlichen“ Garten sollten Besucher dennoch nicht erwarten. Dort darf die Natur regieren – mit liebevoller Hand gezügelt.

So wirkt der Garten mal wie ein Dschungel mit dichtem Bewuchs und ausgetretenen Pfaden. Dann wieder öffnet er sich in einen kleinen eingezäunten Gemüsegarten, zeigt sich mit schön dekorierten Ecken, angelegtem Hügel und Rhododendren. Im Vorgarten jedoch beeindruckt er mit einer angelegten Wasserlandschaft. „Einen Teich kann jeder, wir wollten, dass das Wasser sich um uns bewegt“, erzählen die beiden 50-Jährigen, die beim Rundgang durch den Garten von den beiden freundlichen Hunden Frieda und Rike, beide ein katalanischer Sheepdog-Mix, begleitet werden.

So baute das Ehepaar Schröder Wasserwege, die um eine Insel mit Pavillon führen und aussehen, als seien sie schon immer dort gewesen. Molche, Kröten und Frösche leben dort, Blindschleiche und Ringelnatter sonnen sich auf den Steinen. Nur die großen Kois und die beiden Störe Inge und Stör-Fried zeugen davon, dass der Mensch seine Hand im Spiel hat. Vor einigen Wochen erst nahmen Schröders das Projekt „Sandstein-Becken“ in Angriff. Bis zum 16. August wird es abgeschlossen sein. Dann fließt das Wasser auf mehreren Ebenen im Vorgarten.

Es ist dieser stetige Wandel, der den Garten ausmacht. „Uns kommen eben immer wieder neue Ideen“, bestätigt Sven Schröder, der in seiner Freizeit gern handwerklich tätig ist. Die Arbeit in der Natur ist für den Servicetechniker für Drucker ein willkommener Ausgleich. „Andererseits möchten wir auch nicht Sklave unseres Gartens sein, sondern uns erholen“, sagt seine Frau, Heimleiterin einer Einrichtung für Behinderte. Beide genießen die besondere Atmosphäre des Grundstücks, die Ruhe und den einmaligen Geruch des Waldes. Aus dem ehemals kleinen Holzhaus mit Waschbetonterrasse haben sie ein schmuckes rotes Haus mit großer überdachter Holzveranda gemacht.

Dreh- und Angelpunkt im Leben von Susanne und Sven Schröder sind jedoch ihre Tiere. Neben Hühnern und Meerschweinen beheimaten rund Hundert Vögel drei große Volieren – hauptsächlich Sittiche wie Prachtrosella oder Halsbandsittiche, aber auch Wachteln und Zebrafinken. „Inzwischen werden auch Fundvögel bei uns abgegeben“, erzählen Schröders, die mit der Wildtierhilfe Lüneburg verbunden sind. Sie wiederum geben keinen Vogel ab, bei dem sie wissen, dass er allein in einem Käfig landen wird. Zurzeit suchen sie einen Partner für ihren seltenen Steinsittich.

Am Tag der Offenen Pforte wird auch die Nachbarschaft mobilisiert, die Kaffee und Kuchen bereit hält.

Martina Hancke

Autor: Martina Hancke, geschrieben am: 13.08.2015       Artikel drucken