Karin und Wolfgang Spitzer öffnen am Sonntag ihren Garten in Winsen. Von der Terrasse erstreckt sich der Blick auf einen Fischteich. Foto: Martina Hancke

Romantik-Garten mit blauen Akzenten

Wer üppige, aber harmonisch bepflanzte Rabatten schätzt, sollte den Garten von Karin und Wolfgang Spitzer in Winsen keinesfalls verpassen. Ein Fischteich mit Wasserlauf von der 1,50 Meter höher gelegenen Terasse rundet das Bild ab.

WINSEN. Bereits an der Eingangspforte verharrt der Besucher, um die Fülle an Pflanzen im Vorgarten auf sich wirken zu lassen. Besonders Rosen haben es Karin und Wolfgang Spitzer aus Winsen angetan. Über 70 Stück finden sich in ihrem Blumenparadies, die sich zurzeit fast alle mit der zweiten Blüte schmücken. Dazwischen runden – dezent platziert – Skulpturen den romantischen Charakter des Gartens ab.

Selbst die Hortensien an der Hausseite stehen so prachtvoll wie selten, obwohl die ersten Knospen im Frühjahr den Dieben zum Opfer fielen. „Die sind so dreist, dass sie bis in den hinteren Gartenteil kommen“, erzählt das Ehepaar, das für das nächste Jahr mit einem Alarm Vorsorge treffen wird. Bis dahin haben vielleicht auch die Hunde Paul und Wolle wieder gelernt anzuschlagen, die zu anderen Besuchern sehr lieb sind.

Als „romantischen blauen Garten auf verschiedenen Ebenen“ beschreiben die beiden Pflanzenfreunde ihr Reich in der Broschüre der „Offenen Pforte im Celler Land“. Und tatsächlich setzt die Farbe Blau an Bänken, Rosenbögen, Vogelhäusern und dem Dach des Insektenhotels Akzente.

Fast alles hat Wolfgang Spitzer selbst gebaut. „Er ist zwar Beamter, aber handwerklich sehr geschickt“, lobt ihn Ehefrau Karin lachend. So hat der Postbeamte a. D. nicht nur Zäune erneuert und eine Balustrade auf der Terrasse gesetzt, sondern auch statt der alten Bahnbohlen eine akkurate Steintreppe gebaut. Auf ihr kommen die Töpfe und Schalen mit Hauswurz noch einmal so gut zur Geltung.

Die Terrasse hat durch die Entfernung der alten Hecke wieder sehr viel mehr Licht erhalten. Sie liegt etwa 1,50 Meter über dem restlichen Gartenniveau, sodass man von ihr einen schönen Überblick erhält – vor allem auf den Fischteich, in dem sich Koi und Karpfen tummeln. Gleich daneben steht der Apfelbaum „Celler Dickstiel“, in dem die Ramblerrose Himalayan Musk sich ausbreiten darf.

Für ihren prachtvollen Phlox hat Karin Spitzer eine Erklärung: „Wenn die ersten Knospen kommen, schneide ich ihn nochmals etwa zehn Zentimeter zurück. Dadurch verzweigt er sich, blüht besser und ist auch standfester.“ Die Holzwand hinter dem Phlox hat das Ehepaar mit Spiegeln aufgewertet, die dem Garten nochmals Tiefe verleihen.

In den mit Buchshecken strukturierten Beeten wachsen Pfingstrosen, Akelei und Lavendel, Storchschnabel und blaue Disteln. Doch die Hingucker sind jetzt im Spätsommer der Echinacea, Herbstmargariten und die Anemonen. Dazwischen gibt der Knöterich mit seinen roten Blüten – nicht zu verwechseln mit dem wuchernden, kletternden Knöterich – der Pflanzung eine filigrane Leichtigkeit. „Das ist eine neue Anschaffung, und ich finde ihn toll“, sagt die Gartenfreundin.

Auch der lila blühende Perlenstrauch ist neu hinzugekommen, ebenso wie der Staketenzaun, auf dem jetzt die Ton-Hühner hocken. In jeder Ecke sieht man, dass hier mit viel Liebe gegärtnert wird.

Martina Hancke

Autor: Martina Hancke, geschrieben am: 27.08.2015       Artikel drucken