Das Paradies der Kindheit

Eine Ausstellung mit Arbeiten von Bernd Polster ist gerade im Cafe „nebenan“ in Winsen zu sehen. Foto: Michael Schäfer

Der Künstler Bernd Polster ist in Winsen geboren, lebt heute in Bonn. Mit einer Ausstellung im Kulturcafé in Winsen erinnert er an seine Kindheit.

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WINSEN. Es ist so eine Sache mit den Wurzeln. Entweder man sucht sie, um den Ursprung der Krone zu finden oder weil man unsicher ist, ob es sie noch gibt. Egal aber wo oder wer man ist, irgendwann kehrt man zurück. So auch Bernd Polster, der in Winsen groß geworden ist und in Bonn lebt. Mit seiner Ausstellung im Kulturcafé schreibt das „nebenan“ ein weiteres Stück Winser Zeitgeschichte.

Für Polster ist es eine Wiederkehr in sein Jugendglück. Denn so nennt es der Bonner Künstler, der in Celle Weggefährte von RWLE Möller war: „Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich nur Freiheit, Feld, Wald, Wiesen und überall offene Türen“. Prägend sei besonders der Fußball gewesen, für Polster seit seiner Jugend beim SSV Südwinsen Urquell der Kreativität. Früh hatte er, der mit seinen Eltern, die der Eröffnung beiwohnten, in der Poststraße 10 wohnte, seinen Spitznamen weg. „Kelbassa“ rief man ihn, wie den damaligen Stürmer von Borussia Dortmund. „Kelbassa“ heißt auch die Präsentation von Fotografien, Collagen und Malerei.

„Ich habe mich wirklich sehr gefreut, hier eine Ausstellung zu machen“, sagt der umtriebige Autor (Stadtbuch Celle), Publizist, Maler und Fotograf, dessen Tätigkeiten als Reportage-Journalist, Mann für Radiobeiträge, Designfragen und Firmenporträts nachzulesen sind. „In all den Jahren war ich mit jeder Freundin, die ich hatte, einmal hier“, so Polster. Wie es sei, sich mit der Realität schöner Erinnerungen konfrontiert zu sehen? „Unglaublich ist der kulturelle Kontrast von heute zu damals“, so der Künstler, der sich noch an die Wolthäuser Straße erinnert, „an Sand und Gras, ein bisschen Armut und Engstirnigkeit“. An Rollschuhe laufende Kinder denke er und an die Mutter. Sie brachte von Hostmann-Steinberg inspirierende Materialien mit.

1963 ging Polster nach Celle und lernte RWLE Möller kennen. 40 Jahre habe die Freundschaft gehalten. Highlight war die Rucksack-Kunstreise nach Amsterdam. Und ein tolles Erbe habe ihm Möller hinterlassen: den RWLE-Stipendiaten Bekim Morina, der zur Eröffnung ein paar Worte sprach. In Polsters Arbeiten zeigen sich die Mosaike einer Zeit, die gewesen ist, gezeichnet, digitalisiert, konserviert. Fußspuren eines Aufgebrochenen. Ein Stück Lokalkolorit, bewahrt in Kunst. Eine Erzählung über das Paradies der Kindheit, über Wehmut und Nostalgie.

Aneka Schult Autor: Aneka Schult, am 14.06.2016 um 16:46 Uhr
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