Zum Foto: DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer (l.) und DLG-Ehrenmitglied Prof. Dr. Jürgen Rimpau überreichten den Preis. Foto: Fremdfotos/eingesandt

Cellerin erforscht Zuckerrüben-Gene

Ertragsverluste von bis zu 80 Prozent müssen Landwirte hinnehmen, wenn ihre Zuckerrüben von der Rizomania befallen werden. Da die Virus-Krankheit bodenbürtig ist, kann sie nicht durch Pflanzenschutz bekämpft werden. Mit der Frage, wie und ob man neue Resistenzgene finden kann, hat sich Carolin Lichthardt für ihre Masterarbeit fast neun Monate lang beschäftigt.

CELLE. „Der Aufwand war recht groß, da ich auch öfter mal zur KWS nach Einbeck musste und sehr eng mit den Züchtern dort zusammengearbeitet habe. Außerdem musste ich mich in viele neue Methoden einarbeiten“, erzählt die 28-Jährige.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat Lichthardt nun mit dem Wilhelm-Rimpau-Preis ausgezeichnet. Er ist nach dem „Vater der deutschen Pflanzenzüchtung“ benannt und steht für innovative und praxisrelevante Abschlussarbeiten in der Pflanzenproduktion.

Lichthardt ist es erstmalig gelungen, bislang unbekannte Regionen im Genom der Zuckerrübe zu identifizieren, welche die Resistenz beeinflussen. Außerdem konnte die Cellerin eine neue Methode zur genetischen Kartierung erfolgreich bei Zuckerrüben anwenden, die nun andere Pflanzenzüchter einsetzen können. „Der Preis bedeutet mir sehr viel, denn die Arbeit an meiner Masterarbeit hat mir großen Spaß gemacht. Es ist schön, zu wissen, dass die Arbeit auch von dem ganzen Auswahlkomitee des Preises so positiv bewertet wurde“, erklärt Lichthardt. „Pflanzenzüchtung hat mich schon immer fasziniert und diese Auszeichnung bestätigt mich in meinen beruflichen Zielen.“

Mittlerweile arbeitet Lichthardt an der Uni Hannover an ihrer Doktorarbeit. „Es geht dabei um Zuchtfortschritt im Winterweizen, den wir in einem großen Feldversuch an der Versuchsstation in Ruthe bei Sarstedt untersuchen“, erläutert sie.

Autor: Dagny Rößler, geschrieben am: 15.06.2016       Artikel drucken