Wann geht es hier mal rund? Direkt am Kreisverkehr im Zuge der Wiesenstraße liegt eine der exponiertesten Brachen Neuenhäusens. Foto: Oliver Knoblich

Gute Chancen für Celler Stadtteil Neuenhäusen

Experten sind zuversichtlich, dass ein Teil des Celler Stadtteils Neuenhäusen in Kürze als offizielles Sanierungsgebiet Zuschüsse aus der Städtebauförderung des Bundes erhalten wird. Es gebe eine Reihe von „Missständen“ zu beseitigen, hieß es in der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen. Dabei gehe es allerdings nicht so sehr um Defizite im sozialen Bereich als vielmehr um städtebauliche Brachen, die es zu entwickeln gelte.

NEUENHÄUSEN. Das Stadtquartier südlich der Bahnhofstraße habe diverse „Problemecken“, aber auch enorm viel Entwicklungspotenzial, erläuterte Felix Matthes vom Bremer Planungsbüro Forum. In einem ersten Schritt sei es darum gegangen, ein Gutachten zu erstellen, das die Basis für einen Antrag für die Aufnahme in ein Förderprogramm sein könne: „Oder vielmehr geht es um ein Schlechtachten, denn wir müssen dem Land plausibel darlegen, wo es etwas zu verbessern gibt.“ Unter anderem seien die „vielen, vielen Brachen“ ein „ganz klarer städtebaulicher Missstand“, so Matthes.

Neuenhäusens Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt (SPD) wies darauf hin, dass unter anderem der Güterbahnhof, das alte Trüllergelände sowie das „untergenutzte“ Areal des Stadtwerkegeländes darauf warteten, dass dort endlich etwas passiere. Matthes war ebenfalls der Meinung: Es gebe zwar besonders westlich der Kronestraße mehr Kinder, Jugendliche und Sozialhilfeempfänger als in anderen Stadtvierteln, aber das sei nicht so auffällig, als dass die Neustadt in ein Sozial-Förderprogramm passte: „Unter städtebaulicher Hinsicht gibt es viel mehr zu tun: Die Tendenz geht klar zum Programm Stadtumbau West.“

Es gebe zwar in Niedersachsen Gebiete, in denen es „viel gruseliger“ als in Neuenhäusen südlich der Bahnhofstraße aussehe – „es gibt aber auch Gegenden, in denen es besser aussieht“, so Matthes. Von daher habe Neuenhäusen gute Chancen, ins Förderprogramm aufgenommen zu werden. „Die Fördertöpfe sind gut gefüllt, und besonders mit dem Stadtwerkegelände mit seinen Perspektiven als Wohn- und Dienstleistungsstandort haben wir gute Aussichten, an die Zuschüsse für Entwicklungsvorhaben zu kommen“, bekräftigte Stadtbaurat Ulrich Kinder.

Während Kinder die Chancen für die Aufnahme ins Förderprogramm als „höher als 50 Prozent“ bezifferte, legte Klaus von Ohlen vom Sanierungsträger BauBeCon noch eins drauf: „Die Aussichten sind sehr gut: In den letzten Jahren sind nahezu alle Anträge aus Niedersachsen angenommen worden.“ Wenn alles laufe wie geplant, dann könnten im Herbst 2018 die ersten konkreten Projekte in Angriff genommen werden.

Autor: Michael Ende, geschrieben am: 06.02.2017       Artikel drucken