Angela Prier mit ihrem Werk "Hinter dem Vorhang", das bei Quick Schuh in der Mauernstraße ausgestellt ist. Foto: David Borghoff

Malen als Ausdrucks- und Heilmittel

Im Rahmen der Aktion „Kunst – hier auch!“ zeigen noch bis zum 5. November rund 100 Künstler in den Geschäften der Celler Innenstadt eine Auswahl ihrer Werke. Die Cellesche Zeitung stellt in einer kleinen Serie einige der Künstler vor. Heute: Angela Prier.

CELLE. Eine Kaskade leuchtender Farben ergießt sich über die Leinwand, und scheint sich – einem Vorhang gleich – ganz sanft zu wellen. „Hinter dem Vorhang“ heißt denn auch das Werk, das Prier bereits vor langer Zeit geschaffen hat. „Es ist eines meiner ältesten Bilder“, erzählt die Künstlerin, die vor gut zehn Jahren zum ersten Mal mit dem Ausdrucksmalen nach dem Vorbild Arno Sterns in Berührung gekommen ist. „‚Hinter dem Vorhang‘ ist in einer Phase meines Lebens entstanden, in der vieles im Umbruch war – im Malprozess ist deutlich geworden, wie sehr auch mein Leben sich damals hinter einer Fassade befand.“

Priers Kunst ist persönlich: „Im Malen habe ich die Möglichkeit gefunden, das auszudrücken, wofür mir Worte fehlen“, sagt sie. „Ich sehe Kunst als Ausdrucksmittel und als Heilmittel.“ Die Künstlerin arbeitet überwiegend mit Mischtechnik, entscheidet aus dem Bauch heraus, ob das Material für ein Bild eher etwas Festes oder doch etwas Weiches haben muss. „Einen richtigen Stil habe ich eigentlich nicht, meine Bilder sind sehr unterschiedlich.“ Eine künstlerische Ausbildung hat Prier jedoch nicht. „Ich bin Autodidaktin, habe aber im Lauf meines Lebens immer wieder gemalt oder zu Kreiden gegriffen, gerade in schwierigen Lebensabschnitten.“

Autor: Christina Matthies, geschrieben am: 27.10.2017       Artikel drucken