Karola Uhde "Kannenkieker" sind im Museums Café an der Stechbahn zu sehen. Außerdem stellt sie bei Premper in der Mauernstraße aus. Foto: David Borghoff

Liebe zu individuellem Design als treibende Kraft

Im Rahmen der Aktion „Kunst – hier auch!“ zeigen noch bis morgen rund 100 Künstler in den Geschäften der Celler Innenstadt eine Auswahl ihrer Werke. Die Cellesche Zeitung stellt in einer kleinen Serie einige der Künstler vor. Den Abschluss macht heute Karola Uhde.

CELLE. Lustig sehen sie aus, die „Kannenkieker“, die Karola Uhde da kreiert hat – aus ausrangierten Kaffeekannen und Knöpfen in unterschiedlichen Formen werden in ihrer Wathlinger Werkstatt Köpfe mit Persönlichkeit. Insgesamt 160 Exemplare hat die Künstlerin mittlerweile fertiggestellt. „Und jedes hat ein anderes Gesicht“, sagt sie schmunzelnd.

Die Liebe zum individuellen Design treibt die 56-Jährige an, die ihre Kunst gerne auch als „kreative Form der Umformung“ bezeichnet. „Aus zwei Dingen, die bereits vorhanden sind, mache ich etwas Neues“, erklärt sie. „Meine Projekte stehen für Nachhaltigkeit – das abgelegte Produkt erfährt durch den kreativen Prozess eine Art Wertsteigerung, erhält sozusagen eine zweite Chance.“ Oft erst auf den zweiten, genaueren Blick entdeckt der Betrachter das veränderte Objekt – und das ist von Uhde auch genau so gewollt. „Meine Werke sollen die Wahrnehmung irritieren, den Betrachter zu einem Moment des Innehaltens bewegen.“ Kunst zu schaffen, die an Wänden verstaubt, ist ihre Sache nicht: „Ich mache Kunst zum Anfassen, Kunst, die herumgetragen werden kann“, betont sie. „Meine Kunst kann man auf den Arm nehmen – und das ist durchaus auch ein wenig zweideutig gemeint.“

Uhdes Objekte sind im Museums Café, An der Stadtkirche 1, sowie bei Premper Teppiche, Mauernstraße 46, zu sehen. Der Künstlerin ist unter der E-Mail-Adresse karola@frauuhde.de erreichbar.

Autor: Christina Matthies, geschrieben am: 03.11.2017       Artikel drucken