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Platzprobleme am Gymnasium Lachendorf wegen Rückkehr zu G9

Das Immanuel-Kant-Gymnasium in Lachendorf ist noch recht jung, erst Mitte der 2000er wurde die Schule gegründet. Für ihren Betrieb entstand am südlichen Ortsrand ein modernes Schulgebäude nach den neuesten Gesichtspunkten, ausgelegt für acht Jahrgänge und Abitur nach der zwölften Klasse. Die von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Rückkehr zu G9, also Abitur nach 13 Schuljahren, stellt das Immanuel-Kant-Gymnasium nun vor ein Problem: Es fehlen Räume.

LACHENDORF. Der Landkreis Celle, Träger der weiterführenden Schulen, will mit einem Anbau Platz schaffen. „Wir ermitteln über ein Raumprogramm, was gebraucht wird und wie viel das kosten wird“, sagt Schulamtsleiter Reinhard Toboll.

Auch das Land Niedersachsen soll sich aus Sicht des Landkreises an den Kosten für den Anbau beteiligen. Toboll verweist auf das Konnexitätsprinzip, nach dem Kommunen Ansprüche gegen die Länder gerichtlich durchsetzen können. Die von der Landesregierung beschlossene Rückkehr zu G9 habe das Platzproblem verursacht, begründet der Schulamtsleiter.

Allerdings müssen die Verantwortlichen ganz genau rechnen und beantworten, welche Kosten auf den zusätzlichen Jahrgang zurückgeführt werden können und welche auf den generellen Anstieg der Schülerzahlen am Lachendorfer Gymnasium. Denn ursprünglich war man von vierzügigen Jahrgängen ausgegangen, mittlerweile werden auch fünfzügige Jahrgänge beschult. „Das müssen wir auseinander rechnen“, sagt Toboll.

Die Raum- und Kostenplanung soll im Laufe des Jahres 2018 erstellt werden. Toboll geht von „einem guten siebenstelligen Betrag“ für den Anbau aus. Die Zeit drängt: Der 13. Jahrgang macht im Schuljahr 2020/21 sein Abitur. „Wir können das nicht ewig in die Länge ziehen“, sagt der Schulamtsleiter.

„Wir brauchen den Anbau“, bestätigt auch Jörg Mollenhauer, Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums. „Wir sind immer wieder fünfzügig geworden, das sorgt für räumliche Enge.“ Die bekämen nicht nur die Schüler zu spüren. „Wir haben mittlerweile mehr als 70 Lehrkräfte, dafür ist das Lehrerzimmer zu klein“, beschreibt Mollenhauer. In enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis wolle man nun die passende Lösung für das Platzproblem finden – bevor die heutigen Zehntklässler Abitur machen.

Autor: Amelie Thiemann, geschrieben am: 07.11.2017       Artikel drucken