Ein Merkmal der Celler IGS: An der Gesamtschule wird stärker als an anderen Schulen im Unterricht mit Tablets gearbeitet. Foto: Patrick Seeger

IGS: Celler Politik bleibt hart - vorerst

Der Kreisausschuss hat am Donnerstag einer gymnasialen Oberstufe an der IGS eine Absage erteilt. Damit folgte das Gremien der von der konservativen Mehrheit aus CDU, FDP, WG und AfD getragenen Empfehlung im Schulausschuss. Somit sind die Weichen für die Abstimmung im Kreistag am 19. Dezember gestellt. Klar ist allerdings auch: Die Politik im Kreistag wird sich nicht das letzte Mal mit diesem Thema beschäftigt haben. Die IGS wird den Antrag im kommenden Jahr erneut stellen und perspektivisch gesehen könnte die politische Front gegen eine gymnasiale Oberstufe an der Gesamtschule bröckeln.

CELLE. Die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag sehen aktuell so aus: Mit den Stimmen der CDU, FDP, WG, AfD und Unabhängigen würden 36 Kreistagsabgeordnete gegen die gymnasiale Oberstufe stimmen, 22 wären dafür. In ein paar Jahren könnte dies anders aussehen, denn im Gespräch mit der CZ haben Wählergemeinschaft und FDP signalisiert, dass ihr Votum in nicht allzu ferner Zukunft pro IGS ausfallen könnte. Damit würde es ein Patt geben von 29 zu 29 Stimmen, das mit der Stimme von Landrat Klaus Wiswe wohl gegen die Gesamtschule ausfallen dürfte. Zünglein an der Waage wäre dann das Unabhängigen-Kreistagsmitglied Iris Fiss. Und die sagt: "In ein paar Jahren kann ich mir schon vorstellen, den Antrag zu befürworten." Damit hätte die IGS für ihre gymnasiale Oberstufe eine Mehrheit von einer Stimme.

Wie man es dreht und wendet, die Entscheidung wird auch in Zukunft am seidenen Faden hängen, denn CDU und AfD haben deutlich gemacht, erst einmal nicht von ihrer Haltung abzurücken. CDU-Fraktionsvorsitzender Torsten Harms: "Solange sich die Schullandschaft nicht ändert, halte ich es für den richtigen Weg, keine gymnasiale Oberstufe an der IGS einzurichten."

Hauptargument von Harms: Der Schutz der Oberschulen und Gymnasien. "Eine weitere Oberstufe kommt für uns im Landkreis Celle nicht in Betracht. Es ist nicht nachvollziehbar, warum eine bestehende Oberstufe an einem Standort mit zwei Schulen nicht auch von beiden Schulen genutzt werden kann. Aus unserer Sicht müssen sich Ernestinum und Gesamtschule aufeinander zubewegen, um gemeinsam für die Schüler eine attraktive gemeinsame Oberstufe mit vielen Angeboten zu gestalten", so Harms.

Jens-Chrisoph-Brockmann, Fraktionsvorsitzender der AfD, tritt generell für eine klar gegliederte Schullandschaft ein. Gesamtschulen gehören seiner Meinung nach nicht dazu. Dennoch: "Mir geht es um die Schüler. Ich bin auf der Suche nach Studien, die untersuchen, ob Absolventen von Gesamtschulen an den Universitäten mitkommen." Sollten sich keine Nachteile bei der Hochschul-Karriere ergeben, wäre Brockmann bereit, das Votum der AfD noch einmal zu überdenken.

"Unsere Entscheidung heißt nicht, dass die IGS keine Oberstufe bekommen soll, nur eben nicht jetzt", meinte Ulrich Kaiser von der Wählergemeinschaft. Genauso wie er möchte auch Charles Sievers (FDP), dass erst einmal Ruhe in die Schullandschaft einkehrt. "Man darf die IGS nicht alleine betrachten. Wir sagen aber nicht, dass es nie eine gymnasiale Oberstufe geben wird", so Sievers.

Autor: Gunther Meinrenken, geschrieben am: 17.11.2017       Artikel drucken