Das Problem

Mein Handy klingelt. Auf dem Display leuchtet in großen Buchstaben „Oma und Opa“ auf, und ohne abzuheben, weiß ich schon, worum es geht. Seit Tagen kann ich nicht richtig schlafen. Stattdessen wälze ich mich in meinem Bett unruhig hin und her, Gedanken schwirren durch meinen Kopf wie ein Schwarm zorniger Hornissen.

Auch am Tag lässt mich das Thema nicht los. Wie ein riesiges Damoklesschwert schwebt es über mir und scheint nur darauf zu warten, endgültig herabzufallen, um mir à la Marie Antoinette den Kopf von den Schultern zu trennen. Sämtliche Probleme rücken in den Hintergrund. Ich weiß nicht, worüber ich meinen nächsten Spot(t) schreiben soll? Geschenkt. Wie es mit der Bundesregierung weitergehen soll? Welche Bundesregierung? Die Klimaerwärmung schreitet unaufhörlich voran? Geradezu lapidar. Die sich anbahnende Hungerkatastrophe in Ostafrika? Schon vergessen. Wie dichter Nebel legt sich das quälende Thema darüber, alle weiteren Gedanken verschwinden unter dem blickdichten Teppich. Seufzend nehme ich den gefürchteten Telefonanruf an. „Was wünscht du dir zu Weihnachten, mein Hätzchen?“, tönt mir die Stimme meiner Oma entgegen.

Autor: Audrey-Lynn Struck, geschrieben am: 12.12.2017       Artikel drucken