Wunschzettel

Weihnachten ist pure Logistik: Wann besucht man wen? Was gibt es zu essen? Was schenkt man seinen Lieben? Oft hört man, es ist die größte Freude, Kindern etwas zu schenken – dieses Leuchten in den Augen, wenn sie endlich ihr heißerwünschtes Knuddeltier an sich drücken.

Schön, wenn es dann auch tatsächlich so abläuft, aber zuerst muss das beste Geschenk aller Zeiten erstmal her. Doch die Kleinen tragen ihr Herz auf der Zunge: Sie wissen ganz genau, was ihnen zum ultimativen Spielzeug-Glück noch fehlt – und diese Wünsche kommunizieren sie permanent. Damit nun der Betonmischer nicht dreifach unter dem Baum liegt, bedingt es einer feinen Koordination. Heutzutage funktioniert das über eine WhatsApp-Gruppe. Effiziente Sache, dachte ich, aber nix da: Mein vierjähriger Neffe kürt täglich ein neues Supergeschenk. Sein digitaler Wunschzettel ist gefühlt zwei Kilometer lang – mitsamt Fotos, Händler und Preis. Er geht da auf Nummer sicher. Im nächsten Jahr schickt er mir wahrscheinlich gleich den ellenlangen Internetlink für seinen größten Wunsch.

Autor: Katharina Baumgartner, geschrieben am: 15.12.2017       Artikel drucken