Regenschirme waren in diesem Jahr unverzichtbar. In Faßberg und Celle fielen an je zwei Sommertagen jeweils 53 Liter Regen pro Quadratmeter. Das schlug sich auch in der Freibad-Bilanz nieder: Die Bäder im Celler Land verzeichneten sinkende Besucherzahlen aufgrund des schlechten Wetters. Nur der kalte Anfang des Jahres entsprach der Norm. Foto: Anne Friesenborg

Enttäuschung auf ganzer Linie: Das war das Celler Wetter 2017

Das Wetter ist dieses Jahr nicht nur gefühlt ein Reinfall gewesen. Nach einem standesgemäßen Start mit zwei Frostperioden und etwas Schnee im Januar gab der Winter schon Mitte Februar Fersengeld. Milde Westwinde sorgten für erste Frühlingsgefühle und die Hoffnung auf ein „Weiter so“ im März.

CELLE. Der erste Frühlingsmonat stand tatsächlich im Zeichen von Sonne und Wärme. Doch schon im April deutete sich an, was wir in diesem Jahr im Überfluss bekommen sollten: Regen, Regen, Regen. Schon die übliche Apriltrockenheit blieb aus. Stattdessen sorgten herbe Spätfröste bis unter minus fünf Grad noch am 20. April für massive Schäden an der empfindlichen Vegetation, besonders der Obstbaumblüte. Der Wonnemonat Mai brachte mit Werten um 30 Grad bereits den Sommer, doch gleichzeitig auch ergiebige Niederschläge.

Dass der Hochsommer derart verregnet sein würde, war lange Zeit nicht klar. Zwar kam der Frühsommer im Juni nur schleppend in Fahrt, doch als die berüchtigte Schafskälte um Deutschland einen Bogen machte, schien der Bann gebrochen.

Pünktlich zu Beginn der Siebenschläferzeit Ende Juni verrutschte das erwartete Sommerhoch jedoch Richtung Balkan. Gemäß der Siebenschläferregel übernahmen nun Atlantiktiefs mit kühler Luft im Gepäck das Kommando. Nicht selten schüttete es im Juli und August. Spitzenreiter waren der 29. und 30. Juni mit zusammen 53 Liter Wasser pro Quadratmeter (Faßberg) und der 24. und 25. Juli mit 53 Liter (Celle). Anders als in Süddeutschland blieben Hitzewellen schon im Ansatz stecken und die Sonne blieb oft nur ein Zaungast.

Wer auf einen schönen Herbst hoffte, hatte mit Zitronen gehandelt. Anders als nach miesen Sommern üblich nahmen Tiefdruckgebiete nach kurzer Wetterberuhigung Anfang September rasch wieder Kurs auf Deutschland. Dabei sorgten die drei Orkanwirbel "Andreas", "Xavier" und „Herwart“ zwischen Mitte September und Ende Oktober für heftige Turbulenzen sowie zerstörerische Windspitzen von 95 bis 110 Stundenkilometer in der Südheide. Lichtblicke in den "Schmuddelherbst" brachte nur die dritte Oktoberwoche, die uns mit Werten bis 23 Grad (16. Oktober) nochmals den Spätsommer spüren ließ.

Was September und Oktober an Sonne vergeigt hatten, konnten die sehr trüben Monate November und Dezember nicht ausbügeln. So war das Wetterjahr 2017 nicht nur gefühlt zum Vergessen und durch Ernteeinbußen auf nassen Äckern für die Landwirtschaft ein Verlust, sondern es reihte sich auch statistisch unter die nassesten und trübsten Jahre seit Jahrzehnten ein.

Autor: Reinhard Zakrzewski, geschrieben am: 29.12.2017       Artikel drucken