Foto: Oliver Knoblich

Guter Start ins neue Jahr: Tipps für ein gelungenes Silvester-Feuerwerk

Neben Bleigießen, Knallbonbons und dem Kult-Film „Dinner for One“ darf in den meisten Haushalten zum Jahresabschluss vor allem eins im Silvester-Programm nicht fehlen: das Feuerwerk. Mit farbigen Leuchtraketen, Batterien oder auch Böllern startet das neue Jahr mit einem Knall.

OVELGÖNNE. In den letzten drei Tagen des Jahres geht der große Ansturm los, dann können offiziell Feuerwerkskörper gekauft werden. Laut dem Statistik-Portal Statista ist in Deutschland mit einem Umsatz von 137 Millionen Euro zu rechnen. Neben Supermärkten bieten auch Fachhändler die knalligen Feuerwerkskörper an.

Der Hambührener Marcus Rausch verkauft seit mehr als zehn Jahren mit seinem Team im Strandbad Ovelgönne Feuerwerksartikel. Mittlerweile gibt es als besonderes Highlight am ersten Abend ein Vorschießen. „Hunderte sehen sich vorher an, wie die Batterien wirken, damit sie nicht die Katze im Sack kaufen“, sagt Rausch. Insbesondere Familien mit Kindern zieht es zunehmend zum Strandbad. „Viele kleine Kinder schlafen an Silvester schon vor 23 Uhr. Mit dem Vorschießen wird das Feuerwerk bereits vorweggenommen und sie haben auch etwas davon“, erklärt der 43-Jährige.

Vor allem Batteriefeuerwerke finden bei Rauschs Kunden großen Anklang. „Wir benutzen seit Jahren gerne Batterien. Die muss man nur einmal anzünden und der Effekt ist am schönsten“, sagt der Hambührener Karsten Schultze. Seine beiden Kinder sehen das hingegen etwas anders. „Das Feuerwerk ist mir zu laut“, erzählt Schultzes Tochter Mathilda. Der Vierjährigen gefallen die Knallerbsen besser. „Ich mag die bunten Raketen am liebsten“, sagt ihr 12-jähriger Bruder Maximillian. Nachdem mit der Familie „geknallt“ wurde, zieht er mit seinen Freunden noch ein wenig durch die Gegend.

Die anderen Kunden pflichten jedoch Karsten Schultze bei: Batterien sind am besten. „Die sind meine absoluten Lieblinge. Am schönsten ist bei einigen Batterien der Goldregen“, schwärmt die Wietzendorferin Christine Dammann. Auch ihr Freund Denis Jaetschmann liebt „die Effekte am Himmel“. „Darauf freue ich mich das ganze Jahr“, erzählt der 34-Jährige. Seit seinem achten Lebensjahr hat er ein Faible für Feuerwerkskörper und gibt dafür „auch gerne etwas mehr aus“. „Die Qualität zählt. Ich kaufe weniger beim Discounter und dafür mehr beim Fachmann“, so Jaetschmann.

Diesen Trend beobachtet Rausch bei vielen seiner Kunden. „Immer mehr Leute legen darauf Wert, dass sie etwas für ihr Geld bekommen“, sagt der Hambührener. Im Fachhandel werden sie beraten, können ihre Vorstellungen schildern und so das geeignete Produkt kaufen. „Viele Kunden nutzen das Gespräch mit uns auch, um Informationen einzuholen. Das Interesse an der Technik und an dem, was in den Raketen und Batterien drin steckt, nimmt zu“, sagt Rausch.

Einsatzkräfte haben
alle Hände voll zu tun

Während ein Großteil der Kunden beim Kauf von Raketen und Batteriefeuerwerken das Hauptaugenmerk auf das Farbspektakel und besondere Effekte wie Wirbel, Ringe oder Goldregen legt, geht es einigen vor allem um den lauten Knall. Bisweilen wird dabei auch nicht vor Straftaten zurück geschreckt. Illegale oder selbst gebaute Silvesterböller kommen zum Einsatz – obwohl deren Gebrauch Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen in Höhe von 50.000 Euro nach sich ziehen kann. Das bedeutet vor allem für die Freiwillige Feuerwehr vermehrte Einsätze. „Wir rücken ganz oft für Hecken- und Mülltonnenbrände aus“, erzählt Olaf Rebmann, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Celle. Jedes Jahr muss er zu Silvester mindestens für einen Einsatz seine Neujahrsfeier unterbrechen, weil einige Feiernde nicht umsichtig genug gehandelt haben.

„Gruppen-Rivalitäten gepaart mit einem gewissen Alkoholpegel verleiten die Leute zum Leichtsinn“, weiß der Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Um den Feiernden Grenzen zu setzen, sind in bestimmten Bereichen Feuerwerke verboten. „In der Celler Innenstadt sowie in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder-, Tier- und Altenheimen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern untersagt“, so Wallheinke.

Eine besondere Gefahr geht von dem Trend aus, sich gegenseitig mit Böllern zu bewerfen. In den vergangenen Jahren wurden auch Feuerwehrleute und Einsatzfahrzeuge vermehrt Zielscheibe der Böller-Werfer. „Ich hoffe, dass der Trend dieses Jahr wieder zurückgeht. Durch solche Aktionen von Schwachköpfen werden wir mitunter in Lebensgefahr gebracht“, kritisiert Rebmann.

Für das Allgemeine Krankenhaus Celle sind schwerwiegende Böllerunfälle „bisher zum Glück“ kein Thema gewesen. „Die in der Silvesternacht zu behandelnden Unfälle sind vorwiegend auf den reinen, starken Alkoholkonsum zurückzuführen“, berichtet Dr. Ewald Hüls, Chefarzt der AKH-Notaufnahme. Sowohl der Mediziner als auch Rebmann und Wallheinke raten in diesem Zusammenhang das eigene Limit zu kennen, Herr seiner Sinne zu bleiben und Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Dann steht einem gelungenen Start in das neue Jahr inklusive farbenprächtigem Feuerwerk nichts entgegen.

Autor: Audrey-Lynn Struck, geschrieben am: 29.12.2017       Artikel drucken