Zwischenzeitlich wusste niemand so genau, wer eigentlich der Gute oder der Böse ist. Foto: Oliver Knoblich

Rocktail in Celle: Fulminantes Finale der Trilogie

„Crossbattle III – Reformation“ lautete das Motto der Show, mit der Rocktail das Ende ihres epischen Dreiteilers einläutete. Nach dem sinisteren Mittelteil des vergangenen Jahres, bei dem die Band noch literweise Theaterblut vergossen hatte, ging es diesmal in der nicht ganz ausverkauften Halle 10 deutlich weniger düster zu. Eine „himmlische Party mit höllischer Schlagzahl“ hatten die Macher bereits im Vorfeld versprochen, und genau das wurde es dann auch.

CELLE. Rainer Schwarz kann es kaum erwarten. „Wir haben vorher hier und da mal geguckt, um nachzulesen, was bisher geschah“, verrät der Celler schmunzelnd. „Jetzt sind wir natürlich total gespannt, was passiert, und wie die Geschichte am Ende ausgeht.“ Die „Geschichte“, auf die Schwarz da anspielt, und auf die er sich vor allem „riesig freut“, ist die dreiteilige Story um die Musiker aus dem fiktiven Städtchen Rockville, die – von der Aussicht auf Ruhm verführt – in einem ungeliebten Plattenvertrag mit dem Teufel feststecken. Mit einem fulminanten Finale ging am Freitagabend die „Crossbattle“-Trilogie von Rocktail – The Band in die letzte Runde. „Jetzt muss die Band aus dem teuflischen Plattenvertrag wieder raus“, stimmte Rocktail-Chef Ingo Bloeß die Zuschauer auf einen spannenden musikalischen Showdown in der Celler CD-Kaserne ein.

Zwar standen diesmal deutlich weniger Mitwirkende auf der Bühne – mit rund 40 Musikern und Tänzern, vom Nachwuchs bis hin zum Rocktail-Urgestein, gab es für das Publikum aber dennoch rockmäßig wieder ordentlich was auf die Ohren.

Im letzten Teil der Trilogie, der nahtlos an das Geschehen vom Vorjahr anknüpft, kontrolliert der Teufel, alias Danny Metcinsky, das musikalische Schaffen der „Rockville“-Musiker, und treibt diese gnadenlos zu Höchstleistungen an. Das gefällt der Band rund um Markus „Macho“ Herzstein natürlich gar nicht – und sie versucht alles, um doch noch aus dem diabolischen Knebelvertrag mit „Machine Records“ aussteigen zu können. Als plötzlich die Plattenfirma „Reformation Records“ auftaucht, zeigt sich der Teufel gnädig und gibt einem Teil der Band die Chance, dort einen Vertrag zu bekommen. Das klingt jedoch einfacher, als es ist: Die Musiker touren durch die Welt – und müssen dabei feststellen, dass sie nirgendwo mehr verdienen würden als beim Teufel. Zwischenzeitlich weiß dann niemand mehr so genau, wer hier eigentlich der Gute oder der Böse ist – doch Rocktail wäre nicht Rocktail, wenn am Ende nicht doch das Gute siegen würde.

Musikalisch zeigte sich das gut dreieinhalbstündige Programm auch in diesem Jahr wieder extrem abwechslungsreich. Gleich zum Auftakt der Show sorgte mit „Sound of Silence“ ein altbekanntes Stück für Gänsehaut, Fans von Hardrock wurden mit Songs wie „The Number Of The Beast“ stimmgewaltig bedient. Großartig auch die Cover der achtziger Jahre, allen voran „Wild Boys“ oder „Heroes“, im Original von Musiker-Legende David Bowie. Popsongs von Alice Merton („No Roots“), Sia („Chandelier) und David Guetta („Titanium“) wurden ebenso gekonnt performt wie „Another Brick in the Wall“ oder „Uprising“ von der britischen Rockband Muse. Die Rocktail-Crew schreckte sogar vor einer Western-Version von Lady Gagas „Born This Way“ nicht zurück: „Ein bisschen gewöhnungsbedürftig“, fand Besucherin Rosi, „aber man muss sich auch mal auf Experimente einlassen.“

Und wie hat „Crossbattle III – Reformation“ denn nun eigentlich Rocktail-Neuling Rainer Schwarz und seiner Frau Dorothea gefallen? „Wir fanden es gut“, sagt er. „Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß.“

Autor: Christina Matthies, geschrieben am: 01.01.2018       Artikel drucken