Im Südfeld in Lachendorf soll eine integrative Kindertagesstätte mit zwei Kindergarten- und zwei Krippen-Gruppen entstehen. 2,5 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Auch sonst investiert die Samtgemeinde kräftig. Foto: Monika Skolimowska

Samtgemeinde Lachendorf investiert im Jahr 2018

Es wird gebaut in der Samtgemeinde Lachendorf – zwar noch nicht in diesem Jahr, doch die Vorbereitungen für den An- oder Neubau des Rathauses, die Errichtung einer Kindertagesstätte sowie den Bau eines Radwegs zwischen Lachendorf und Beedenbostel laufen 2018 auf Hochtouren. Außerdem wird die energetische Sanierung der Grundschule Lachendorf fortgeführt, ein neues Löschfahrzeug angeschafft und eine aufwendige EU-Verordnung umgesetzt, kündigt Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke mit Blick auf das neue Jahr an.

LACHENDORF. Das Rathaus platzt aus allen Nähten. "Wir haben jeden Quadratzentimeter zu Büros ausgebaut", sagt Warncke. Trotzdem reiche der Platz in dem Gebäude aus den 1960er Jahren vorne und hinten nicht. Einige Mitarbeiter mussten in ein Büro auf dem Bauhof ausquartiert werden. Hinzu kommen strenge Brandschutzauflagen, die das Platzproblem zusätzlich verschärfen. Deshalb soll entweder an- oder gleich neugebaut werden.

Mittlerweile wurde ein Raumprogramm erstellt. Darin hat man eruiert, was benötigt wird. "Wir brauchen ein Gebäude mit 20 mal 40 Metern, zweigeschossig mit ausgebautem Dachgeschoss", sagt Warncke. Ob ein Anbau realisiert werden kann, ist noch offen – die angrenzende Kreuzung Bahnhofstraße/Oppershäuser Straße ist der Knackpunkt. Hier wolle man sich keine Möglichkeiten wortwörtlich verbauen. Beispielsweise könnten langfristig separate Abbiegespuren auf der nördlichen Bahnhofstraße entstehen, dafür müsste jedoch die Brücke verbreitert werden. "Und dafür braucht man Platz", sagt Warncke. Auch die Gemeinde müsse ins Boot geholt werden, denn ihr gehört das Rathaus-Grundstück.

Ein Neubau wird ebenfalls erwogen. Klar ist: "Das Rathaus soll im Ortskern bleiben." Es müsste mit Eigentümern der infrage kommenden Grundstücke gesprochen werden. Eine politische Entscheidung über die Zukunft des Rathauses steht noch aus, soll aber laut Warncke noch in diesem Jahr erfolgen. Insgesamt sind im aktuellen Haushalt 1,64 Millionen Euro für eine Rathaus-Lösung eingeplant.

Im Südfeld soll eine neue integrative Kindertagesstätte gebaut werden. Diese soll zwei Kindergarten- und zwei Krippen-Gruppen beheimaten. Aus zwei Grundstücken soll eine knapp 5000 Quadratmeter große Fläche entstehen. Die Kinderzahl sei relativ stabil, aber: "Der Nutzungsgrad ist höher." Die Nachfrage nach Ganztagsangeboten, für die ein breiteres Angebot wie Ruheräume nötig seien, steige. Und wenn im Sommer die Kita-Gebühren wegfallen, könnten weitere Anfragen dazu kommen, mutmaßt Warncke. Mit der neuen Kita soll dieser Bedarf aufgefangen werden. Baubeginn ist voraussichtlich im kommenden Jahr. 2,5 Millionen Euro sieht der Haushalt für den Kita-Nebau vor.

Auch der Bau eines neuen Radwegs zwischen Lachendorf und Beedenbostel nimmt Gestalt an – zumindest auf dem Papier. Denn die Samtgemeinde übernimmt die Planung der eigentlich zuständigen Landesbehörde. "Wenn wir auf eigene Kosten planen, dann können die Bauarbeiten deutlich früher durchgeführt werden", erläutert Warncke diese Übernahme des Planfeststellungsverfahrens. Seit Ende 2016 laufen die Gespräche, trotzdem gebe es noch viel zu bedenken. "Die Anbindung des Radwegs am Knoten in Beedenbostel ist schwierig", sagt Warncke. Bis Ende des Jahres soll das Verfahren abgeschlossen sein, dann hängen Umsetzung und Finanzierung des Baus vom Land ab.

Ein vergleichsweise kleineres Projekt für dieses Jahr sind die Anpassung der neuen Heizung sowie die Erneuerung der Flure, Türen und Fenster in der Lachendorfer Grundschule. Finanziert wird die energetische Sanierung durch ein Förderprogramm des Landes.

Die Freiwillige Feuerwehr Metzingen bekommt ein neues Löschfahrzeug. 80.000 Euro sind dafür vorgesehen. Die Ausschreibung soll dieses Jahr erfolgen.

Und dann kommt noch eine Mammutaufgabe auf die Verwaltung zu: Bis zum 25. Mai muss die Datenschutzgrundverordnung der EU umgesetzt werden. "Da werden wir fast wie Google und Facebook behandelt", vergleicht Warncke. Kern der Verordnung ist der Schutz von und der Umgang mit personenbezogenen Daten, die die Samtgemeinde speichert. Daten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie sie auch benötigt werden. Danach müssen sie gelöscht werden. Außerdem müssen beispielsweise detaillierte Zugriffsprotokolle erstellt werden. "Der Aufwand ist extrem, das kostet richtig Arbeit", sagt Warncke.

Autor: Amelie Thiemann, geschrieben am: 05.01.2018       Artikel drucken