Foto: Oliver Knoblich

Celler lassen Haare für den guten Zweck

Das lauwarme Wasser sprudelt aus der Brause und vorsichtig wird das Shampoo in die Haare massiert. Ein kurzes Wohlfühlprogramm, in dessen Genuss die Kunden am Montag im Friseursalon „Haar-lekin“ gekommen sind – obwohl der Laden eigentlich an diesem Tag immer geschlossen ist. „Wir waren uns alle einig, dass wir heute arbeiten“, sagt Inhaberin Andrea Hamster. Haare waschen, schneiden, föhnen: Zugunsten der beiden Celler Tierheime hat das fünfköpfige Team 1330,40 Euro gesammelt.

BLUMLAGE.

„Die gesamten Tageseinnahmen als auch das komplette Trinkgeld werden zu 100 Prozent an das Waldtierheim und das Celler Tierheim gespendet“, sagt die Inhaberin. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Salon eine Benefizaktion für das Celler Hospizhaus gestartet. Damals sind 1832,75 Euro zusammengekommen. „Wir waren über die Höhe erstaunt“, sagt Hamster.

„Ich habe selbst einen Hund aus dem Tierheim“, gibt Mitarbeiterin Katharina Rodemann an. Ihr Jagdhund mit den Namen „Filou“ sei, wie sein Name bedeute, tatsächlich ein großer Frechdachs. Auch Kollegin Justine Grüttner hat ihre sechsjährige Katze aus dem Tierheim. „Das ganze Team ist sehr tierlieb“, betont die Inhaberin. „Es ist toll, wenn man Gutes verrichtet, man bekommt sehr viel zurück“, stellt das Team einstimmig fest.

Im Laufe des Tages sind gut 40 Kunden in den Salon geströmt, um sich frisieren zu lassen. So auch Sabine Koch: „Ich war schon am Samstag hier.“ Doch als sie von der Aktion hörte, war ihr schnell klar, dass sie sich noch einmal auf den Frisierstuhl setzen wollte. Als Hundebesitzerin gehe ihr diese Idee besonders ans Herz. „Das muss man unterstützen.“ So sieht es auch Tanja O‘Connell, die ihren Hund aus einer Tötungsstation aus Griechenland gerettet hat. Die finanzielle Situation der Tierheime sei sehr angespannt. „Solche Aktionen sollte man öfter machen“, sagt O‘Connell, denn es gebe noch viele Institutionen die auf Hilfe angewiesen seien.

Das Team um Andrea Hamster hat sich auf einen langen Abend eingestellt. „Hier wird niemand weggeschickt“, sind sich die Mitarbeiter einig. „Ansonsten hängen wir die Kunden hinten noch dran“, ergänzt Rodemann. Im Laufe des Tages seien auch viele Menschen in den Salon gekommen, die gar keinen neuen Haarschnitt wollten. „Die haben ihren Obolus einfach in die Spendenkasse geworfen“, freut sich Hamster.

Autor: Katharina Baumgartner, geschrieben am: 15.01.2018       Artikel drucken