Foto: Oliver Knoblich

Die halbe Schule in Hambühren steht leer

Wo einst hunderte Schüler unterrichtet wurden, wird heute der Leerstand verwaltet. Zumindest zum Teil. Die frühere Haupt- und Realschule in Hambühren steht, zweieinhalb Jahre nach ihrer Schließung, in Teilen noch immer leer.

OVELGÖNNE. Für das Gebäude verantwortlich ist der Landkreis Celle, der frühere Träger der Haupt- und Realschule. Bis heute wirkt es so, als ob ein überzeugendes Konzept, das alle Gebäudeteile auf dem Schulcampus an der Versonstraße miteinbezieht, nicht vorhanden ist. Im Hauptgebäude ist seit etwa einem Jahr das Kreismedienzentrum untergebracht. Schulungen für Lehrer finden statt, Lehrer können Medien ausleihen. "Darüber hinaus wird die kreisinterne EDV-Schulung künftig in diesen Räumen stattfinden", sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening. Auch die Volkshochschule (VHS) Celle veranstaltet Kurse in der ehemaligen Schule. Derzeit würden Gespräche zwischen Landkreis und VHS geführt, ob der Umfang erweitert wird. Harmening räumt ein, dass nur etwa die Hälfte des Haupthauses genutzt wird.

Im Gebäude der früheren Astrid-Lindgren-Schule findet gar nichts mehr statt. Zwischenzeitlich wurde die Immobilie für die Unterbringung unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge genutzt. Im März 2017 wurde die Unterkunft geschlossen. Amtsleiter Reinhard Toboll sagt, dass die einstige Förderschule heute als Möbellager dient: "Für alles andere müsste man Geld in die Hand nehmen und zum Beispiel in den Brandschutz investieren."

Apropos Geld: In Hambühren hatten viele Bürger nicht verstanden, dass eine mit großem Aufwand sanierte Schule geschlossen wird. In den Jahren 2009 und 2010 waren mehrere Millionen Euro in neue Heizung, neues Dach und die energetische Sanierung gesteckt worden. 2011 hatte dann ein vom Landkreis beauftragter Schulgutachter empfohlen, die Einrichtung zu schließen – so kam es dann 2015 auch.

"Wir finden es weiterhin tragisch, dass wir keine weiterführende Schule mehr haben", sagt Bürgermeister Thomas Herbst. Auf die heutige Nutzung der Gebäude an der Versonstraße hat die Gemeinde keinen Einfluss. "Für uns ist wichtig, dass die Hambührener Vereine die Möglichkeit haben, die Sporthalle zu nutzen", so Herbst. Die Halle wird vom SV Hambühren und dem TuS Oldau-Ovelgönne genutzt.

Autor: Simon Ziegler, geschrieben am: 22.01.2018       Artikel drucken