Der Anbau am Immanuel-Kant-Gymnasium Lachendorf wird etwa 1,8 Millionen Euro kosten. Gefragt ist jetzt der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (kleines Bild). Foto: Alex Sorokin

Wer bezahlt Anbau an Lachendorfer Kant-Gymnasium?

Die Zehntklässler des Immanuel-Kant-Gymnasiums beschäftigen sich wahrscheinlich noch nicht mit ihren Abiturprüfungen. Schließlich sind sie der erste Jahrgang, der erst wieder nach 13 Schuljahren die Allgemeine Hochschulreife ablegt. Bis 2021 ist aus Sicht der Schüler noch viel Zeit. Beim Landkreis Celle geht der Blick aber auf dieses Jahr, denn bis dahin muss das Lachendorfer Gymnasium erweitert worden sein. Die Frage: Wer bezahlt den Anbau, der nach Einschätzung von Landrat Klaus Wiswe etwa 1,8 Millionen Euro kostet?

LACHENDORF. „Wir haben ein Gymnasium für G8 gebaut“, sagt der Verwaltungschef. „Dann hat das Land G9 beschlossen.“ Nach dem Konnexitätsprinzip habe der Landkreis, der Schulträger aller weiterführenden Schulen ist, daher einen Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich. „Die Mehrkosten entstehen durch die Entscheidung des Landes“, sagt Wiswe, der den neuen Niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten hat. Bisher gab es noch keine Rückmeldung. Der Celler Verwaltungschef hat Verständnis, dass sich der neue Minister nach dem Regierungswechsel in Hannover noch einarbeiten muss, drängt aber auf eine Antwort. Schließlich ist nicht mehr viel Zeit.

Mitte der 2000er Jahren war am südlichen Ortsrand von Lachendorf das moderne Schulgebäude nach den neuesten Gesichtspunkten, ausgelegt für acht Jahrgänge und Abitur nach der zwölften Klasse, gebaut worden. Durch die von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Rückkehr zu G9, also Abitur nach 13 Schuljahren, fehlen dem Immanuel-Kant-Gymnasium in Kürze Räume.

Allerdings wird sich der Landkreis Celle auch selbst an den Kosten für den Anbau beteiligen müssen, denn die bevorstehende Platznot rührt nicht nur aus der Rückkehr zu G9. Der sechste und achte Jahrgang des Gymnasiums sind fünfzügig, geplant waren aber ursprünglich nur vier Züge. 839 Schüler lernen in diesem Schuljahr am Immanuel-Kant-Gymnasium.

„Wir brauchen den Anbau“, hatte Schulleiter Jörg Mollenhauer daher bereits im November betont. Mittlerweile sei auch das Lehrerzimmer zu klein, da über 70 Lehrer an dem
Lachendorfer Gymnasium unterrichten.

Autor: Christopher Menge, geschrieben am: 24.01.2018       Artikel drucken