Foto: Feuerwehr Celle

Celler Feuerwehr verzeichnet 35 Prozent mehr Einsätze

Klare Worte fand Ortsbrandmeister Bernd Müller am Samstag bei der jährlichen Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Celle-Hauptwache. Vor mehr als 120 Mitgliedern der Einsatz- und Altersabteilung der Ortsfeuerwehr präsentierte er den Jahresbericht: "Mit einer Zunahme von rund 35 Prozent erreichten die geleisteten Einsätze wieder ein hohes Niveau", resümierte Müller.

CELLE. 380 Mal rückte die Hauptwache allein im Jahr 2017 aus. "Dabei nahmen alle Einsatzarten deutlich gegenüber dem Vorjahr mit 285 Einsätzen in 2016 zu", stellte Bernd Müller fest. 2017 wurden insgesamt 124 Brände gelöscht, 96 technische Hilfeleistungen durchgeführt und 142 ausgelöste Brandmeldeanlagen und private Rauchmelder kontrolliert. Allein 18 Mal ging es in den Landkreis und einmal sogar in den Landkreis Uelzen.

319 Mitglieder sind in der Hauptwache organisiert, darunter 158 in der Einsatzabteilung, 35 Jugendliche, 78 in der Altersabteilung bei leider nur 48 fördernden Mitgliedern. "Hier wünsche ich mir als Ortsbrandmeister mehr Unterstützung durch die Bürger", meinte Müller. Förderanträge erhalten Celler auch im Internet unter www.feuerwehr-celle.de.

Sorge bereite dem Ortsbrandmeister die Zunahme von verwaltungs- und administrativen Arbeiten, sagte er. "Wir sind mehr mit uns und der Verwaltung der Feuerwehr beschäftigt, als mit dem Löschen von Bränden", betonte Müller. Für alles und allem gebe es Richtlinien, Vorschriften und Gesetze, die immer tiefer in die eigentliche Feuerwehrarbeit eingriffen. Der hohe Anteil modernster Technik führe zu hohen Folgekosten und verursacht einen sehr hohen Ausbildungs- und Fortbildungsbedarf.

Müller erläuterte, dass die Reglementierungswut förmlich um sich greife. Neben den internen Vorschriften der Kommunen und des Landes hielten bundesweite und sogar europäische Richtlinien immer mehr Einzug in den Feuerwehralltag. "Vorbei sind die Zeiten, wo noch mit Wasser einfach nur gelöscht wurde, alles wird hinterfragt und anschließend sorgfältig dokumentiert", sagt Müller.

Aber die ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und Männer ließen sich durch die Bürokratie nicht aufhalten, betonte Müller. Das persönliche Engagement sei sehr hoch und so wurden im vergangenen Jahr wieder insgesamt 32.704 Dienststunden in der Ortsfeuerwehr Hauptwache geleistet. „Müsste die Stadt Celle die Personalkosten der Dienststunden mit durchschnittlich 15,50 Euro entlohnen, so haben wir mit über 500.000 Euro zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Celle in 2016 beigetragen, aber wir löschen immer noch mit Wasser und nicht mit Akten“, so Müller auf der Mitgliederversammlung.

"Leider bewegt sich wenig in Sachen Nordwall und auch die Ortsumgehung lässt weiter auf sich warten, was Zeit und hoffentlich auch in 2018 kein Menschenleben kostet", kritisierte Müller. "Wenn Sicherheit in allen Augen ein so hohes Gut ist, warum passiert hier so wenig für die und Bürger unserer Stadt?", fragte der Ortsbrandmeister.

Schließlich wurden zahlreiche verdiente Feuerwehrfrauen und Männer im Beisein vom Ersten Stadtrat Thomas Bertram, dem Vorsitzenden des Feuerschutzausschusses Frank Pillibeit, dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Dirk Heindorf und Stadtbrandmeister Kai Uwe Pöhland geehrt.

Autor: Dagny Siebke, geschrieben am: 29.01.2018       Artikel drucken